Deutsche Kammerochester: Weltflüchtig
Das Deutsche Kammerorchester lässt im Kammermusiksaal einen jungen Schostakowitsch erklingen - und einen euphorisierten Tschaikowsky nach Italien reisen.
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Als Dmitri Schostakowitsch sein erstes Klavierkonzert schrieb, war er 27 Jahre alt. Man hört es: Voller Überschwang, glückssüchtig, optimismussatt sind die vier Sätze. Der katastrophale Einschnitt seins Lebens, der Prawda-Verriss der Oper „Lady Macbeth von Mzensk“, war noch fern, Stalins Damoklesschwert noch nicht zu spüren. Schon die Besetzung dieses Klavierkonzerts dreht aller Tradition eine Nase: ein reines Streichorchester – und eine Trompete! Das Deutsche Kammerorchester (Leitung: Gabriel Adorján) hat sich die finnische Pianistin Maria Helena Ollikainen in den Kammermusiksaal eingeladen – statt des an der Hand verletzten Jacques Ammon. Mit der Trompete holt Florian Dörpholz den Jazz ins Stück. Noch recht rustikal klappert man sich gemeinsam durch den ersten Satz, das Lento gelingt besser – vielleicht, weil die Stimmen hier stärker geschieden sind und Ollikainen viel Platz für Solopassagen bekommt, die sie mit intimem, in sich gefalteten Klang ausfüllt. Im teils irrwitzigen Tempo der beiden Schlusssätze behält sie einen kühlen Kopf, meißelt prägnant jede Phrase heraus.
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