Kolumne Meine Heimat: Bilder der lieblosen Liebe
zum Hauptinhalt
Pandaporno: Den lustlosen Bären im Zoo werden Filme von sich paarenden Artgenossen vorgespielt. Das soll sie zur Fortpflanzung animieren. Menschen müssten sich auch anders motivieren können, findet Hatice Akyün.

© dpa

Tagesspiegel Plus

Kolumne Meine Heimat: Bilder der lieblosen Liebe

Unsere Kolumnistin hat sich Pornos im Internet angeschaut und kam ins Frösteln. Wenn der Liebesakt auf lieblose Turnstunden reduziert wird und lediglich die Geschlechtswaffen präsentiert werden: Wo bleibt dann die Liebe?

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Meine Cousine rief mich völlig aufgelöst an. Ich musste das Telefon auf maximale Armlänge von mir fernhalten, so schrill und verzweifelt hat sie in den Hörer gebrüllt. Sie hat ihren Sohn dabei erwischt, wie er im Internet Pornos schaute. Der Junge ist 14. Ich beruhigte sie, sagte, dass er nur sein Informationsbedürfnis befriedigt habe und erzählte ihr von den Zeitschriften, die zu meiner Schulzeit in der Klasse herumkreisten: von ästhetisch fotografierten Hochglanzblättern bis hin zum Dünndruckpapier, in denen primäre und sekundäre Geschlechtsteile als Standbild präsentiert wurden. Neugierig waren wir alle, was zwischen Mann und Frau passiert, aber diese triste Mechanik hat mich damals schon abgestoßen.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })