AUFGELESEN: Rein war leicht
Mit dem Regierungsbericht zur Lage im Irak biegt die amerikanische Debatte in eine neue Umlaufbahn ein. Der Ruf nach einem sofortigen Abzug wird immer lauter, auch auf Seiten der Republikaner.
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Mit dem Regierungsbericht zur Lage im Irak biegt die amerikanische Debatte in eine neue Umlaufbahn ein. Der Ruf nach einem sofortigen Abzug wird immer lauter, auch auf Seiten der Republikaner. Der ehemalige Clinton-Berater Dick Morris zählt inzwischen elf republikanische Senatoren, die ins Abzugslager gewechselt sind. Und schnell soll es gehen, viele wollen nicht einmal mehr bis September warten – „aus Gründen, die mehr mit amerikanischer Politik zu tun haben als mit der Realität im Irak“, wie die „Washington Post“ in einem Leitartikel schreibt. Der Ruf der Öffentlichkeit nach einer Truppenreduzierung wie der extrem früh angelaufene Wahlkampf für die Präsidentschaftskandidaturen könnten zu einer nicht mehr zu bremsenden Abzugsdynamik führen. Deshalb warnt Morris davor, den Fehler von Vietnam zu wiederholen. 1974 habe der Kongress dem US-Militär weitere Luft- und Bodenoffensiven untersagt und dessen Handlungsfähigkeit damit extrem eingeschränkt. Nun müsse Präsident George W. Bush den Abzugsbefürwortern mit einem graduellen Rückzugsplan entgegenkommen, um die innenpolitische Dynamik zu entschärfen.
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