Harald Martenstein: Wulff und die Gesellschaft der Anständigen
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Harald Martenstein: Wulff und die Gesellschaft der Anständigen

Die frühere First Lady Bettina Wulff wehrt sich juristisch gegen das Gerücht, sie sei vor ihrer Ehe einer Tätigkeit im Rotlichtmilieu nachgegangen. Ihr Ärger ist verständlich. Den Rest dieser sogenannten Affäre aber kann unser Kolumnist nicht verstehen.

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Gesetzt den theoretischen Fall, irgendwer aus den Kreisen der Spitzenpolitik hätte früher tatsächlich als Callgirl oder Callboy gearbeitet – was genau wäre daran eigentlich so verwerflich? Der Beruf ist bei uns legal. Unsere Politiker, und erst recht ihre Lebenspartner, müssen keine in jeder Hinsicht vorbildlichen Menschen sein. Sie sollen ihre politische Arbeit gut machen und sich in ihrem Amt nichts zuschulden kommen lassen, das reicht völlig. Christian Wulff musste als Präsident zurücktreten, weil er in dem Verdacht steht, als Politiker bestechlich zu sein, und weil er das Vertrauen großer Teile der Bevölkerung verloren hatte. Das ist etwas anderes.

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