Katalonienkrise: Der spanische Schatten
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Massenproteste gegen die Festnahme katalanischer Politiker am 11. November in Barcelona.

© Matthias Oesterle/Zuma Press/dpa

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Katalonienkrise: Der spanische Schatten

Die katalanischen Unabhängigkeitskämpfer sind Populisten? Nicht nur. Der Streit offenbart die Folgen der unaufgearbeiteten Franco-Diktatur. Ein Essay.

Veronica Frenzel
Ein Essay von Veronica Frenzel

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An dem kurzen Tag, den die katalanische Republik währte, heulte der 68-jährige Manel Tosca wie ein Schuljunge. Der Elektroingenieur im Ruhestand verbrachte den Nachmittag des 28. Oktober, an dem das Parlament die Unabhängigkeit beschloss, in seinem Wohnzimmer, von wo er ganz Barcelona überblickt, trank katalanischen Weißwein. Und brach immer wieder in Tränen aus. Später erklärte er, ihn hätten die Emotionen dermaßen überwältigt, weil er in diesen Stunden das Gefühl hatte, seine Ahnen seien bei ihm. Sein verstorbener Vater, der Großvater. Gemeinsam mit ihnen hätte er gefeiert, dass die Spanier, die seiner Familie das Leben zur Hölle gemacht haben, endlich aus Katalonien gedrängt worden waren. Zumindest für einen symbolischen Augenblick.

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