
© Sven Goldmann
Die Fußball-WM und die Krim: Halb Insel, ganz russisch
Die Stadtverwaltung bezahlt Fahnenschwenker – öffentliches Fußballgucken auf der Krim ist eine staatstragende Angelegenheit. Und ein Ort für „Rossija!“-Patriotismus in einem besetzten Land.
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Es ist kurz nach halb acht am Abend, als die Heldenstadt aufsteht. Kräftige Männer stoßen ihre tätowierten Arme in die Luft, Mädchen schlagen die Hände vorm Gesicht zusammen und Großväter schreien auf. Vorn an der Leinwand überschlägt sich die Stimme des Kommentators, und für einen kurzen Augenblick hoffen sie alle zusammen, dass alles doch noch gut wird. Hier in Sewastopol, wo noch immer alles gut ausgegangen ist. Früher im Krimkrieg gegen Franzosen, Engländer und Osmanen, später im Zweiten Weltkrieg gegen die Deutschen und zuletzt gegen die slawischen Brüder aus der Ukraine.
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