Truppenübungsplatz Grafenwöhr betroffen: Trump zieht 5000 US-Soldaten aus Vilseck in Bayern ab
zum Hauptinhalt
US-Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr.

© imago images/R. Wittek/imago stock&people via www.imago-images.de

Truppenübungsplatz Grafenwöhr betroffen: Trump zieht 5000 US-Soldaten aus Vilseck in Bayern ab

Nach Trumps Ankündigung, US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen, war bislang unklar, welche Standorte es trifft. Der Bürgermeister von Vilseck äußert sich einem Bericht zufolge entsetzt.

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

US-Präsident Donald Trumps angekündigter Teilabzug von amerikanischen Soldaten aus Deutschland trifft offenbar den Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern. Wie der „Bayerische Rundfunk“ und „Bild“ übereinstimmend berichten, sollen 5000 US-Soldaten der sogenannten Stryker-Brigade in Vilseck in der Oberpfalz weichen. Geschlossen werden soll der Standort demnach jedoch nicht. Laut BR blieben noch 8000 Soldaten zurück.

Das US-Militär hatte nach Angaben des Senders zuletzt noch erhebliche Mittel in den Standort investiert. Derzeit würden 36 Häuser für Familien von Soldaten gebaut, die bis Sommer fertiggestellt werden sollen. In den vergangenen Jahren seien zudem bereits 50 Wohnhäuser und mehrere Gemeinschaftseinrichtungen gebaut worden.

Der frisch gewählte Bürgermeister von Vilseck, Thorsten Grädler, zeigte sich entsetzt. „Ist schon heftig. Also, das trifft uns hart“, sagte er dem BR. Man wolle nun „alles Menschenmögliche in die Wege leiten“, um die USA noch von ihrem Plan abzubringen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

Wie der Sender weiter berichtet, wohnen allein in Vilseck 5000 US-Soldaten zusammen mit ihren Familien. Insgesamt leben demnach in und um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr mehr als 10.000 Amerikaner. Der Bürgermeister fürchtet einen schweren Schlag für die Wirtschaft der Stadt.

Der Ankündigung, US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen, war ein Wortgefecht zwischen Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorausgegangen. Merz hatte Trump im Iran-Krieg vorgeworfen, planlos zu agieren. Vor Schülern sagte er, die USA würden von der iranischen Staatsführung gedemütigt.

Trump hatte erbost auf die Äußerungen des Kanzlers reagiert und diesem vorgeworfen, er wisse nicht, wovon er rede. Der Präsident machte wiederholt klar, dass er sich von Deutschland und anderen Nato-Verbündeten nicht ausreichend unterstützt fühlte.

Am Freitag kündigte Trump dann den Rückzug von 5000 US-Soldaten an – am Samstag sprach er sogar von „weit mehr als 5000“. Merz bestritt am Sonntag, dass es einen Zusammenhang mit dem öffentlichen Streit gebe. Insgesamt sind derzeit knapp 40.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert. (Tsp)

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
false
isPaid:
false
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })