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Inhaftierte deutsche Journalistin: Unter Ausschluss der Diplomatie
Mesale Tolu wurde in Istanbul von einem Spezialkommando festgenommen. Ihren kleinen Sohn musste sie bei Nachbarn abgeben. Die Türkei hielt die Haft der deutschen Journalistin vor Berlin geheim.
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Diesmal sind die Verhältnisse klar. Die in Istanbul in Untersuchungshaft genommene Journalistin Mesale Tolu ist deutsche Staatsbürgerin. Einen türkischen Pass hat sie nicht. Das unterscheidet sie von Deniz Yücel. In seinem Fall kann die Türkei deutschen Diplomaten Besuche mit dem Hinweis auf die türkische Staatsbürgerschaft verweigern. Tolu hingegen hat einen Anspruch auf konsularische Betreuung. Und die Türkei hätte Deutschland unverzüglich über ihre Festnahme informieren müssen. In früheren Fällen hat sie dies nach Auskunft des Auswärtigen Amtes auch stets getan. Doch ausgerechnet jetzt, wo die Zeichen auf Wiederannäherung standen, verstößt Ankara rücksichtslos gegen bindende Vereinbarungen. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, sprach am Freitag sogar von einem „Verstoß gegen das Völkerrecht“, konkret gegen das „Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen“. Statt versöhnlicher Töne, um die sich beide Seiten nach dem Abschluss des umstrittenen türkischen Verfassungsreferendums zunächst bemüht hatten, bahnt sich nun also eine neue Eskalation an.
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