Der Körperleser: Bis zur Selbst-Verleugnung
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Die deutschen Goldmedaillengewinner von London haben es geschafft - aber um welchen Preis?

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Der Körperleser: Bis zur Selbst-Verleugnung

Olympia hat es gezeigt: Sport ist heute eine Hightech-Schlacht. Modernste Materialien in der Sportkleidung, neueste Technologie an den Füßen und beste Ernährung bieten die Länder gegeneinander auf. Die Athleten gehen bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Dass Medaillen trotzdem nicht planbar sind, hat einen Grund.

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Wer erinnert nicht die Anspannung, die es damals auszuhalten galt. Damals meint: die Entscheidung des 100 m Laufs um die Schulmeisterschaft oder den Kreismeistertitel. Ich erinnere mich noch gut an die Vorbereitungen zu diesem Lauf. Schon ein wenig aufgeregt, die neuen Spikes lässig über die Schultern gehängt, die Sporttasche mit den von der Mutter geschmierten leckeren Schnitten auf den Rasen neben der 100-m-Bahn gepfeffert, beäugte ich die Konkurrenten. Einige trugen zum Glück (noch) keine Spikes. Waren wohl zu teuer. Andere schienen die (mich) entmutigende körperliche Statur zu haben, die den wahren Meister zu kennzeichnen schien. Ich bildete mir das auf jeden Fall so ein, um die nötige Depression der Selbst-Zerfleischung vor einem solchen Wettkampf zu pflegen. Alles nur, um dann, wenn ich später doch nicht unter die ersten Drei gekommen war, vor meinem eigenen inneren Antreiber bestehen zu können. Hatte ich es doch schon zuvor gewusst, diesmal keine Chance zu haben.

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