
© Andreas Gora/dpa
Stadionneubau von Hertha BSC: Reitverein macht sich große Sorgen
Der Reitverein am Olympiapark hat die Entscheidung über den Standort eines neuen Stadions verwundert. Für Innensenatorin Spranger ist die Ausgangslage geregelt.
Stand:
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.
Die Entscheidung über die Standortfrage für ein neues Stadion von Hertha BSC im Olympiapark hat den dort ansässigen Reitverein mit Besorgnis verwundert. Nachdem die Expertenkommission „Fußballstadion im Olympiapark“ vor einer Woche dem Fußball-Zweitligisten empfahl, eine Bauanfrage für ein Grundstück an der Jesse-Owens-Allee südlich des Maifelds zu stellen, sieht der Reitclub am Olympiapark bezüglich der Entscheidung seine Existenz gefährdet.
„Ein traditionsreicher Verein ist nicht einfach eine Fläche auf einer Karte, die im Rahmen eines Planungsverfahrens anderweitig vergeben werden kann“, heißt es in einem Schreiben an den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sowie Iris Spranger, Senatorin für Innere und Sport (SPD).
Der Verein kritisiert dabei nicht die Diskussion über den Standort an sich, sondern den Umgang mit dem Verein, der die Neuigkeiten aus der Presse erfahren musste. „Die letzte direkte Kommunikation mit der Senatsverwaltung für Inneres und Sport fand Ende 2024 statt“, wird in dem Brief, den der Vorstand unterschrieben hat, moniert, „seitdem: keine substanzielle Information, keine erkennbare Beteiligung und kein gemeinsamer Austausch über die Zukunft unseres Vereins.“
Hertha BSC muss auf Reitverein zugehen
Für Senatorin Spranger sind die Vorgänge aber bereits von der Expertenkommission gelegt worden. „Hertha BSC muss beim Neubau die Interessen der derzeitigen Nutzer des Olympiaparks berücksichtigen und dem Reitverein einen Umzug und Ersatzflächen bezahlen“, sagte die Politikerin auf dpa-Anfrage.
„Zentral für das Hertha-Projekt ist, dass auf dem Olympiagelände eine gute Balance zwischen Entwicklung und Bestand gewahrt bleibt. Hertha BSC muss jetzt auf den Reitverein zugehen und gemeinsam mit ihm bereits angedachte Lösungen weiterentwickeln“, so die 64-Jährige.
Der Reitclub selbst ist offen für Lösungen, soweit „man uns als unmittelbar Betroffene ernst nimmt, informiert und an den weiteren Schritten beteiligt.“ Ob eine Kontaktaufnahme seitens des Fußballvereins erfolgt ist, ist unklar. Eine kurzfristig gestellte Anfrage wurde noch nicht beantwortet. (dpa)
- showPaywall:
- false
- isSubscriber:
- false
- isPaid:
- false