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„Ich wurde bei Bayern nicht mehr gebraucht“: Lea Schüller will mit Manchester United den Ex-Klub ärgern
Im Viertelfinale der Champions League kommt es zum brisanten Wiedersehen zwischen Schüller und dem FC Bayern. Warum die Angreiferin nach England wechselte und ihre Stärken dort gefragter sind.
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Wenn im Fußball ein Transfer im Winter zustande kommt, ist das oftmals ein Zeichen dafür, dass etwas zwischen Spielerin und Verein nicht mehr passt. So war es auch bei Lea Schüller, die vor wenigen Monaten vom FC Bayern nach England wechselte. An diesem Mittwoch kommt es zu einem frühen Wiedersehen: Die deutsche Nationalspielerin empfängt mit ihrem neuen Klub Manchester United die Deutschen Meisterinnen im Viertelfinalhinspiel der Champions League (21 Uhr/Disney+).
Im Old Trafford hat Schüller gute Chancen, in der Startelf zu stehen. Das war bei Bayern in den vergangenen Monaten nicht mehr der Fall. „Ich war sehr unzufrieden, auf keinem guten fußballerischen Level“, sagte die 28-Jährige kürzlich. „Das ist das, was ich mir in Manchester wieder erarbeiten will.“
In den vergangenen Monaten war Schüller bei Bayern nicht mehr gesetzt
Ihre wahrscheinlich beste Zeit erlebte die vierfache deutsche Meisterin in den ersten Jahren nach ihrem Wechsel von der SGS Essen nach München im Juli 2020. Unter dem damaligen Trainer Jens Scheuer spielte Bayern mit einer klaren Spitze, es ging viel um tiefe Läufe und Flanken – alles Dinge, die Schüllers Stärken entgegenkommen.
Die Stürmerin ist bekannt für ihr herausragendes Kopfballspiel, ihr Tempo und ihre gute Athletik. Nachdem 2022 Alexander Straus als Cheftrainer übernahm und die Gegnerinnen in der Bundesliga immer tiefer standen, änderten sich das System und die taktische Herangehensweise allerdings grundlegend.
Ich habe mir die Vision von United schon ein Jahr zuvor angehört und war begeistert. Ich hatte aber noch nicht den Mut, zu gehen.
Lea Schüller
Künftig lag der Fokus mehr auf einem ruhigen Ballbesitz mit vielen kurzen Pässen und schnellen Positionswechseln. „Seitdem habe ich quasi nur noch meine Schwächen trainiert. Ich konnte nicht mehr so glänzen und mein Gefühl war, dass meine Stärken nicht mehr so gebraucht werden“, sagte Schüller im Februar im 11-Freunde-Podcast „Eine Lina für sich“ mit der ehemaligen Nationalspielerin Lina Magull.
Auch weil der neue Coach José Barcala, der im Sommer übernahm, an dieser Art des Fußballs festhielt, habe sich der Wechsel schon lange angebahnt. „Ich habe mir die Vision von United schon ein Jahr zuvor angehört und war begeistert. Ich hatte aber noch nicht den Mut, zu gehen.“ Ein paar Monate später änderte sich das.
Die Stürmerin wartet noch auf ein Tor in der Liga
In England fühlt sich Schüller derweil sehr wohl. Immer wieder betont sie in Interviews, wie leicht ihr die Umstellung gemacht und wie offen sie empfangen worden sei. Zugute kommen ihr dabei sicher auch die deutlich risikoreichere Herangehensweise vieler Teams in der Women’s Super League und das Angriffspressing, das auch bei Manchester United eine große Rolle einnimmt. Nachdem Schüller anfangs überwiegend von der Bank kam, erhielt sie zuletzt immer mehr Einsatzminuten und spielte häufiger von Beginn an.
Im FA-Cup gelang ihr Mitte Januar bereits ein Tor, in der Liga und der Champions League wartet die Angreiferin jeweils noch auf ihren ersten Treffer. United ist derweil zum allerersten Mal im höchsten europäischen Wettbewerb dabei. Das Team von Trainer Marc Skinner spielt bislang eine starke Saison und belegt in der Women’s Super League Platz zwei hinter dem Stadtrivalen City. In der Champions League unterlag man im November in der Gruppenphase unter anderem dem VfL Wolfsburg überraschend mit 2:5 auswärts, konnte ansonsten aber überzeugen.

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Am Dienstagabend dürfte trotzdem eher Bayern die Favoritenrolle einnehmen. „Man muss diese Spiele, diese Duelle gewinnen“, sagte die Münchnerin Pernille Harder. „Schön zu spielen ist gut, aber zuerst musst du die entscheidenden Situationen für dich entscheiden. Das ist das Wichtigste.“
Auch der FC Bayern leistete sich in der laufenden Spielzeit in der Champions League bereits einen Ausrutscher, als man Anfang Oktober beim FC Barcelona mit 1:7 unterging. Seitdem hat sich das Team von Trainer Barcala aber deutlich gesteigert und sowohl in der Bundesliga als auch im Pokal und im internationalen Wettbewerb kaum einen Zweifel an der eigenen Qualität aufkommen lassen.
Seit Jahren ist der Champions-League-Titel das ersehnte Ziel, und mit Erfolgen wie dem über die amtierenden Siegerinnen des FC Arsenal in dieser Spielzeit, zeigen die Münchnerinnen, was in ihnen steckt.
In den beiden Duellen mit Manchester United gilt es nun, erneut höchste Leistungen abzurufen. Und darauf zu hoffen, dass ihnen nicht ausgerechnet Lea Schüller einen Strich durch die Rechnung macht.
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