Rechtsgeschichte: Ein Rennen gegen die Zeit und die Verjährung von NS-Unrecht
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Reinhard Strecker ermittelte Richter und Staatsanwälte, die an NS-Gerichtsurteilen mitwirkten.

© H.J. Lind

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Rechtsgeschichte: Ein Rennen gegen die Zeit und die Verjährung von NS-Unrecht

Vor 65 Jahren wurde auf Initiative des Studenten der Freien Universität Reinhard Strecker die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Justizverbrechen zum öffentlichen Thema gemacht

Von Jochen Staadt

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Im Frühjahr 1959 durchforstete eine studentische Arbeitsgruppe der Freien Universität in einer Steglitzer Wohnung NS-Gerichtsurteile und Anklageschriften. Reinhard Strecker, Student der indogermanischen Sprachen und Mitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), hatte die Dokumente aus polnischen, tschechischen und DDR-Archiven erhalten. Auf seine Initiative hin bereitete der Berliner SDS eine Ausstellung vor, die unter dem Titel „Ungesühnte Nazijustiz“ erstmals dokumentieren sollte, welche Richter und Staatsanwälte, die an Todesurteilen der Nazi-Justiz mitgewirkt hatten, nun als Beamte im bundesdeutschen Justizdienst unbehelligt weiter beschäftigt waren.

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