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Volvo EX60: Bis zu 810 Kilometer weit
Kampfansage an die Konkurrenz: Der vollelektrische Mittelklasse-SUV kommt mit extrem schneller Batterieladung, enormer Reichweite, Eleganz und technischen Neuerungen
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Bis 810 Kilometer elektrische Reichweite, eine in 19 Minuten bis auf 80 Prozent aufladbare Batterie und eine radikal innovative Fertigungstechnologie – mit dem neuen Volvo EX 60 zeigt der schwedische Autobauer der Konkurrenz im Premium-Bereich, wo Thors Hammer hängt. Die Weltpremiere des Mittelklasse-SUVs untermauert Volvos technischen Führungsanspruch in dem extrem wichtigen Marktsegment. Der neue EX60 stehe für das „Ende der Reichweitenangst“, betonte Volvo-Chef Håkan Samuelsson bei der Premiere.

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Der EX60, der noch nicht gefahren weren konnte, präsentierte sich bei der Weltpremiere mit gelungener und eleganter Linienführung – von der geschlossenen Front und den Matrix-LED-Scheinwerfern im prägnanten Thors Hammer Design über die leicht abfallende Dachlinie zu den linienförmig designten LED-Heckleuchten. Die horizontale Schulterlinie über den tief eingezogenen Flanken verlängert das Fahrzeug optisch. Auffällig elegant sind die rahmenlosen Türen mit der bündigen Verglasung und die außergewöhnlichen, berührungsempfindlichen Türgriffe im sogenannten Wing-grip Design. Hinzu kommen rahmenlose, beheizte Außenspiegel.
Zehn Zentimeter länger als der XC60
Der kurze Überhang an der Front und die kurze, flache Haube, die selbstbewusst, aber nicht bullig daherkommt, sowie die sich verjüngenden seitlichen Flanken verbessern die Aerodynamik – und damit die Reichweite des 4,81 Meter langen Familienfahrzeugs. Der vollelektrische EX60 ist bei gleicher Höhe von 1,65 Meter und 1,90 Meter Breite damit gleich zehn Zentimeter länger als der hausinterne Konkurrent XC60 auf Verbrenner-Basis – was im Fahrgastraum deutlich spürbar ist. Zugleich bietet der Innenraum mit einem skandinavisch-eleganten Design und hochwertigen und vielfach recycelbaren Materialien sehr viel Platz und Komfort. Auch in der zweiten Reihe genießen Fahrgäste eine große Bein- und Kopffreiheit. Das serienmäßige Panoramadach lässt die Fahrgastzelle noch geräumiger erscheinen.
Mega-Casting revolutioniert Fertigung
Möglich macht das die komplett neue SPA3-Plattform, die von Volvo dezidiert für Elektroautos entwickelt wurde, und erstmals beim EX60 eingesetzt wird. Zentrales Element ist das das sogenannte Mega-Casting, bei dem - ähnlich wie bei Tesla - die Karosserie komplett in einem Teil aus recyceltem Alumium gegossen wird, anstatt wie bislang aus hunderten kleinen Teilen zusammengeschraubt oder geschweißt zu werden. Das erhöht die Stabilität der Karosserie und „spart Material, Zeit und Kosten“, wie Volvo betont. Außerdem werde die Umweltbilanz der Fertigung verbessert. Hinzu kommt, dass die Batterie mit der sogenannten Cell-to-Body-Technologie direkt in den Unterboden der Karosserie integriert wird.
Diese Cell-to-Body-Technologie, so Volvo, optimiert die Energiedichte um 20 Prozent. Im Ergebnis wird dadurch das Gewicht und der Platzbedarf für das Batteriepaket verkleinert – was wiederum dem Innenraum des EX60 zugute kommt. Und die erhöhte Effizienz und größere Reichweite wird unterstützt durch die von Volvo neu entwickelten Elektromotoren.
Ende der Reichweitenangst
Håkan Samuelsson, Volvo-Chef
Volvo hat hohe Erwartungen an das vollelektrische Fahrzeug, dass im schwedischen Stammwerk Torslanda bei Göteborg gefertigt wird. Denn der EX60 hat mit dem noch mit Verbrennermotor ausgerüsteten XC60 einen starken Bruder. Der ist immer noch der Bestseller unter den Volvo-Modellen: Mit weltweit über 2,7 Millionen verkauften Fahrzeugen ist er Volvos All-Time-Bestseller und auch im vergangenen Jahr mit weltweit 230.655 verkauften Fahrzeugen einmal mehr das wichtigste Volvo-Modell. In Deutschland steht der XC60 mit 23.000 Fahrzeugen für rund 39 Prozent der Volvo-Verkäufe - liegt beim Verkauf von Plug-in-Hybriden der XC60 auf Platz Zwei – hinter dem Volkswagen Tiguan.
Wegen des anhaltenden Erfolgs korrigierte Volvo seine ursprüngliche Planung, den XC60 zugunsten des neuen EX60 einzustellen. Stattdessen gab es 2025 ein erstes Facelift – und für den Herbst wird eine komplette neue XC60-Generation erwartet. „Wir haben elektrische Fahrzeuge für jedes Segment, aber wir lassen den Kunden entscheiden“, sagte Volvo-Chef Håkan Samuelsson dem Tagesspiegel auf die Frage, ob 2030, wie angekündigt, ausschließlich elektrische Fahrzeuge produziert werden. Er hält Plug-in-Hybride für eine notwendige Brückentechnologie für Kunden ohne ausreichend Lademöglichkeiten. Samuelsen setzt zugleich darauf, dass sich die elektrische Reichweite von Plug-in-Hybriden deutlich steigert, und damit den Verbrennermodus zunehmend überflüssig macht. Bereits jetzt verkauft Volvo in China mit dem XC70 einen Plug-in-Hybrid, der 200 Kilometer Reichweite hat.

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Die Premiere des elektrischen EX60 ist freilich deshalb enorm wichtig, weil 2025 für Volvo enttäuschend lief. Volvo hat 2025 weltweit nur 710.042 Fahrzeuge - minus sieben Prozent - verkauft, in Europa gab es sogar einen Verkaufsrückgang um zehn Prozent auf 332.667 Fahrzeuge. Insgesamt verkaufte Volvo in Deutschland 59.000 Fahrzeuge – ein Rückgang von fünf Prozent. Als Grund für den geringeren Absatz im vergangenen Jahr wird unter anderem die verzögerte Markteinführung des elektrischen Topmodells EX90 genannt – der kam eineinhalb Jahre später als geplant zu den Händlern. Und auch der neue elektrische EX60 verzögerte sich wegen einiger Software- und Entwicklungsprobleme.
Bezüglich des EX60-Starts spricht der Strategie-Chef Michael Fleiss deshalb gegenüber dem Tagesspiegel von einem „Scheidepunkt“ für Volvo: „Das muss jetzt funktionieren.“ Volvo erwartet, dass die Nachfrage nach rein elektrischen Fahrzeugen in Deutschland weiter zulegt. Vom neuen E-Förderprogramm der Bundesregierung werde Volvo aber wegen der niedrigen Einkommensgrenze von 80.000 Euro kaum profitieren, schätzt Michael Fleiss ein. Um so wichtiger sind attraktive neue Modelle.
In jedem Segment elektrisch unterwegs
Mit dem EX60 ist aber nun Volvos gesamte Produktpalette vollelektrisch unterwegs: Neben dem EX30, dem EC40, dem EX60 und EX90 hat Volvo auch die im vergangenen Jahr vorgestellte Oberklasse-Limousine ES90 im Portfolio. Die Doppelstruktur Verbrenner und Stromer hat fast schon System. Auch das neue elektrische Flaggschiff EX90 hat mit dem XC90 einen Bruder mit Verbrenner-Motor. Auch der sollte zunächst eingestellt werden, wird aber im Zuge einer verlangsamten Volvo-Elektrifizierungsstrategie nun weiter produziert – und ist ebenfalls mit einer überarbeiteten neuen Modellgeneration im Handel.

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Der neue EX60 bietet drei Antriebsvarianten. Der P6 kommt als Basis mit Hinterradantrieb und einem 275 kW (374 PS) starken Elektromotor, der ein Drehmoment von 480 Newtonmeter auf die Straße bringt. Die Batterie mit 83 Kilowattstunden kWh Leistung soll rund 620 Kilometer Reichweite ermöglichen. Mit Allradantrieb ausgestattet sind die Antriebsversionen P10 und P12. Dabei wird das Drehmoment elektronisch zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt, um jeweils eine optimale Straßenlage zu erreichen. Ausgerüstet ist der P10 mit einem 375 kW (510 PS) starken Motorenduo und einer 95 kWh starken Batterie; die Reichweite wird mit 660 Kilometer angegeben.
Bis zu 810 Kilometer Reichweite
Topmodell ist der P12. Seine insgesamt 500 kW (680 PS) leistenden Motoren beschleunigen den Wagen mit einem enormen Drehmoment von 790 Nm in 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Bei allen drei Varianten wird – wie bei Volvo üblich – die Geschwindigkeit elektronisch bei Tempo 180 abgeregelt. Mit der 117 kWh starken Batterie kommt der P12 auf „eine klassenweit führende Reichweite von bis zu 810 Kilometer“, wie Volvo betont. Gemeint ist dabei offenbar die Konkurrenz von BMW mit dem iX3, dem Audi Q6 oder Mercedes mit dem GLC EQ, die jeweils kürzere Reichweiten angeben. Reichweiten-Spitzenreiter im Volvo-Sortiment ist bislang die 2025 vorgestellte Business-Limousine ES90 mit 700 Kilometer.
Extrem schnelles laden
Entschieden wird über den Erfolg aber auch an der Ladesäule. Und da hat der EX60 mit seiner 800 Volt Ladearchitektur gute Argumente. Mit einer maximalen Ladeleistung von 370 kW kann in zehn Minuten eine Reichweite von 340 Kilometer geladen werden, sagt Volvo. Und in nur 19 Minuten werde die Batterie von 10 auf 80 Prozent gefüllt. Diese Ladeleistung soll laut Volvo durch die Vorklimatisierung der Batterie durch die serienmäßige Wärmepumpe bei allen Witterungsbedingungen erreicht werden.
Der EX60 sei „der intelligenteste Volvo aller Zeiten“, so heißt es beim schwedischen Autobauer über das vollständig software-definierte Fahrzeug. Zusammengearbeitet hat Volvo beim EX60 wie auch schon bei den Premium-Modellen EX90 und ES90 mit dem Chiphersteller Nvidia. Das modulare Computersystem mit Nvidia Drive Agx Orin-Bausteinen ist die Basis, um durch beständige Updates das Fahrzeug im Bereich Sicherheit, Konnektivität und Komfort kontinuierlich zu verbessern. Dazu kommen Qualcom-Chips für eine ultraschnelle Verarbeitung und mit Googles Gemini eine direkt reagierende, dialogorientierte KI zum Einsatz. Ein Ergebnis der Zusammenarbeit ist der erstmals von Volvo eingesetzte, optionale Pilot Assist Plus, der auf Autobahnen bis Tempo 130 die Lenkbewegungen vornimmt und den Spurwechsel unterstützt.
Puristisch aufgeräumt
Dominiert wird im Innenraum die aufgeräumt wirkende Front - nahezu ohne Knöpfe - durch einen querliegenden Bildschirm über der Mittelkonsole. Über den OLED-Touchscreen mit einem Diagonalmaß von 38 Zentimeter werden die gesamte Navigation, Infotainment und Sound gesteuert. Über dem zweispeichigen Lenkrad sitzt zudem ein flaches Fahrerdisplay mit 29-cm-Diagonale, mit dem verschiedene Info-Modes ausgewählt werden können. Die Mittelkonsole ist bis auf zwei Getränkehalter leer und kann verschoben werden. Das erleichtert den Zugang zu einem darunterliegenden Staufach.

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Im EX60 können 634 Liter Gepäck untergebracht werden, wobei es einen zusätzlichen Stauraum unter der Ladefläche gibt. Wird die Rückbank komplett umgelegt, erweitert sich der Gepäckraum auf 1647 Liter. Zusätzlich gibt es unter der Fronthaube einen 58 Liter großen Stauraum. Der elektrische SUV bringt mit 2300 Kilo Gewicht rund 300 Kilo mehr auf die Waage als das Verbrenner-Modell. Gut für alle Liebhaber von Pferden oder Segelbooten: Die mögliche Anhängerlast ist beim elektrischen Modell mit 2400 Kilo Zugleistung ebenso groß wie beim Verbrenner.
Innovativer Sicherheitsgurt
Volvo bietet außerdem zahlreiche Sicherheits- und Assistenzsysteme. Eine Volvo-Innovation sind die multi-adaptiven Sicherheitsgurte mit mehrstufigen Lastbegrenzern. Damit wird eine optimierte Rückhaltekraft für individuelle Schutzbedürfnisse – etwa für Kinder – ermöglicht. Sensoren registrieren im Fall eines Unfalls die Richtung und Geschwindigkeit des Aufpralls und verändern die Gurtspannung. Serienmäßig ist auch der Emergency Stop Assist mit einem automatischen Nothaltesystem bis zum Stillstand, wenn die Person hinter dem Steuer nicht auf Warnhinweise reagiert – etwa bei Bewusstlosigkeit. Ein Sicherheits-System verhindert durch Lenkeingriff sowohl das Überfahren der Mittellinie in den Gegenverkehr als auch das Abkommen nach rechts von der Straße inklusive Abbremsen.
Startpreis 62.990 Euro
Der Volvo EX60 kann in den drei Antriebskonzepten und in den zwei Ausstattungslinien Plus und Ultra ab sofort bestellt werden. Die Auslieferungen des P6 und des P10 beginnen im Sommer, der P12 folgt etwas später. Der P6 ist in der Basisausstattung Plus ab 62.990 Euro zu haben, der P10 AWD startet bei 65.990 Euro und der P12 bei 71.990 Euro. Für das Ausstattungspaket Ultra kommen jeweils 7000 Euro hinzu.
Zusätzlich bietet Volvo eine P10 AWD Cross Country-Version an, die bei 68.990 Euro beginnt. Das Sondermodell bietet eine breitere Spur, markante Radhäuser, an Front und Heck jeweils ein Unterfahrschutz aus gebürstetem Aluminium sowie eine Sonder-Lackierung in „Frost Green“. Für eine bessere Geländegängigkeit in rauem Terrain hat das Fahrgestell eine zwei Zentimeter höhere Bodenfreiheit, die bei Luftfederung um weitere zwei Zentimeter vergrößert werden kann.
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