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Grippe-Pandemie 1918: Das Virus, das die Welt veränderte
Vor 100 Jahren tötete die Spanische Grippe über 50 Millionen Menschen - mit Auswirkungen sogar für die heutige US-Präsidentschaft.
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Die größte Katastrophe des vergangenen Jahrhunderts? Wer danach fragt, wird als Antwort fast immer den ersten oder den zweiten Weltkrieg genannt bekommen. Ein weit größeres Massaker, eines, das nicht nur vorwiegend Europa, sondern wirklich die ganze Welt betraf und nachhaltig veränderte, kommt kaum jemandem in den Sinn. Es kostete etwa 50 bis 100 Millionen Menschen das Leben – mehr als der erste (17 Millionen Tote) und der zweite Weltkrieg (60 Millionen) zusammen. Es starben Männer wie Frauen, vorwiegend im leistungsfähigsten Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Die „Spanische Grippe“ dezimierte die Yupik in Alaska und die Menschen in der persischen Stadt Maschhad ebenso wie in New York oder Novosibirsk. Und auch als die weltumspannende Infektionswelle 1920 endlich stoppte, hinterließ sie überall Spuren. Im Kleinen waren das traumatisierte und ruinierte Restfamilien oder überfüllte Waisenhäuser. Aber auch in der großen Politik, etwa dem Ausgang des ersten Weltkriegs und den Ursachen für den zweiten, sehen Historiker heute zumindest Zusammenhänge mit dem Massensterben. Trotzdem ist die Katastrophe aus dem kollektiven Bewusstsein der Völker verschwunden – kaum jemand kennt noch den Ursprung des Namens „Spanische Grippe“, obwohl die Öffentlichkeit damals großen Anteil nahm am Ringen des spanischen Königs Alfons III. mit der Seuche.
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