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Bildung: Der neue Studierendenrekord ist eine Chance
Deutschland könnte den Ansturm auf die Unis nutzen. Doch bei den Hochschulen wird weiter gespart. Ein Kommentar.
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Wird Deutschland von Germanistinnen und Theaterwissenschaftlern überschwemmt? Drängen etwa Abertausende junger Menschen auf den Arbeitsmarkt, die gelernt haben, komplizierte Texte in altmodischen gelben Reclamheften zu analysieren, während das Land verzweifelt Krankenpfleger und Klempnerinnen, Bauingenieurinnen und Computerprofis sucht? Studieren zu viele und dann auch noch das Falsche?
Die Frage kann sich aufdrängen, nachdem die neue Rekordzahl von 2,87 Millionen Studierenden in Deutschland bekannt gegeben wurde. Würde Deutschland am Bedarf des Arbeitsmarktes vorbei massenhaft Akademiker produzieren und dabei die duale Ausbildung kannibalisieren, dann wäre es ein schwerer politischer Fehler gewesen, dass Bund und Länder in den vergangenen zehn Jahren über 700.000 Studienplätze mit dem Hochschulpakt geschaffen haben.
Natürlich ist richtig, dass mehr junge Leute eine Ausbildung machen müssten, wenn es für sie keinen Studienplatz gäbe. Bestimmt wäre der Fachkräftemangel in manchen Berufen dann auch nicht ganz so groß, wie er jetzt ist. Allerdings: Will man die Zukunftswünsche junger Leute so missachten, wie es etwa in der Planwirtschaft der DDR üblich war?
Viele wollen studieren, weil sie sich davon ein gutes Einkommen und sichere Beschäftigungsaussichten versprechen. Manche suchen an der Uni auch geistige Anregungen, die eine Berufsausbildung so nicht bieten kann. Meist erfüllen sich die Hoffnungen der Studierenden. Der Arbeitsmarkt zeigt Interesse, auch an Germanisten.
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