Archäologie und Politik: Was uns Nofretete lehrt
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Die Büste der Nofretete kam einst durch reguläre Fundteilung nach Berlin. „Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein“, betont Parzinger.

© Uwe steinert

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Archäologie und Politik: Was uns Nofretete lehrt

Was sind die größten Herausforderungen für große Museen heute? Nicht Streitfälle wie die Nofretete oder der Schatz von Troja, schreibt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Sorgen bereiten ihm vielmehr Raubgrabungen weltweit. Ein Plädoyer für eine neue Philosophie des Universalmuseums in der globalisierten Welt.

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Archäologie besitzt immer auch eine politische Dimension. Gerade deshalb ist die Gefahr des Missbrauchs und der Indienstnahme besonders groß. In der Zeit des „großen Spiels“ im späten 19. Jahrhundert stand noch der Wettstreit um die weltweit prestigeträchtigsten Grabungsplätze im Vordergrund. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg prägten dann vielerorts totalitäre Staatssysteme und Ideologien, was für die Archäologie zum Teil verheerende Folgen hatte. Man kann auch sagen: Je totalitärer ein System, desto massiver der Missbrauch der Archäologie durch die Politik. Respekt vor der Kultur und Geschichte anderer Nationen schließt Respekt vor ihrem kulturellen Erbe ein. So waren die Kunstraubzüge verschiedener NS-Organisationen in den eroberten Gebieten ein weiterer Tabubruch des NS-Regimes. Sie betrafen neben Kunstwerken, Büchern und Archivalien auch archäologische Sammlungen.

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