Sammlerstücke Künstler machen Zeitung
"Sagen Sie einer Feministin, mit dem Arsch habe sie diese Einstellung gar nicht nötig": Der Österreichische Künstler Erwin Wurm übernahm im November 2008 den Kulturteil der "Zeit". Seine "44 Vorschläge" an die Leser sind planvolle Überschreitungen der political correctness.
Mehrere Tage war Erwirn Wurm in der Hamburger Redaktion zu Gast und arbeitete an seiner "sozialen Skulptur". Alle neun Seiten des Kulturteils überließ die "Zeit" dem Künstler - das hat Tradition bei der Wochenzeitung.
Da fehlt doch was: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" druckte am 15. April 2010 weltberühmte Fotos ab - aus denen die Personen herausretuschiert worden waren. Das Bild auf der Titelseite sieht im Orginal nähmlich so aus.
Der Kniefall von Willy Brandt 1970 ohne Willy Brandt: Die manipulierten Bildern stammen aus der Serie "Bye Bye" des Künstlers Michael Schirner .
Sammlerstücke: Einmal im Jahr wird das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" komplett in die Hand eines Künstlers gelegt. Weil es traditionell das Heft Nummer 46 ist, heißen die jährliche Kunstausgabe "Edition 46".
Die unheimlichen Bildwelten, die es 2008 im "Süddeutsche Zeitung Magazin" zu bestaunen gab, schuf der kanadische Künstler Marcel Dzama.
Keine Lust auf die immergleichen Fotos: Die Macher des Gesellschaftsmagazins "Dummy" tragen die Gestaltung ihrer Ausgaben jedes Mal anderen Kreativen auf. Für eine Ausgabe über "Berlin" verzichteten die ganz bewusst auf Fotos ...
... und zeigten stattdessen Ölbilder von Edward B. Gordon , von denen einige extra für das Heft entstanden.
Weihnachten in Burkina Faso: Das Feuilleton der Weihnachtsausgabe der "Zeit" 2009 wurde von Christoph Schlingensief gestaltet.
Schlingensief machte sein afrikanisches Opernhaus zum Thema, ließ zehnjährige Kinder in Burkina Faso mit Einwegkameras fotografieren und schaltete eine Telefon-Hotline, bei der sich die Leser einen Kommentar des Künstlers anhören konnten - und gleichzeitig spendeten.
Denkst du an Warschau? Das "Süddeutsche Zeitung Magazin Edition 46" aus dem Jahr 2009 zeigt eine Liebesgeschichte der Künstlerin Paulina Olowska.
Die polnische Künsterlin zeigt Warschau nach dem Ende des Kommunismus und in Vergessenheit geratene Frauenfiguren.