Amsterdam Weltweit erste Homosexuellen-Ehen geschlossen
Amsterdam - Vor Bürgermeister Job Cohen gaben sich drei schwule Paare und ein lesbisches Paar im Amsterdamer Rathaus das Ja-Wort.
"Amsterdam ist die Schwulen-Hauptstadt Europas, vielleicht gar der ganzen Welt", meinte der Bürgermeister nach der Trauungszeremonie zur Vorreiterrolle der Niederlande bei der entsprechenden Gesetzgebung. Heiraten dürfen aber nur homosexuelle Paare, von denen mindestens ein Partner seinen festen Wohnsitz in den Niederlanden haben muss.
Gegen die Opposition christlicher Parteien
Das neue Gesetz war gegen die heftige Opposition christlicher Parteien und Gruppen vom Parlament verabschiedet worden. Auch bei der mitternächtlichen Feier in Amsterdam demonstrierten Gegner mit Spruchbändern gegen die Abkehr vom traditionellen Ehe-Verständnis. Ein Vertreter des Standesamtes schätzte, dass bald 15 Prozent aller Eheschließungen auf Homosexuellen-Ehen entfallen könnten.
"Ehe zweiter Klasse" war nicht genug
Die am Sonntag getrauten Paare hatten bereits von der seit 1998 für alle Paare bestehenden Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Gemeinschaft amtlich registrieren zu lassen. Damit können hetero- und homosexuelle Paare ohne offizielle Trauung Anpassungen an Namens-, Erb- und Steuerrecht in Anspruch nehmen. Diese "Ehe zweiter Klasse" habe ihnen aber nicht ausgereicht, sagte einer der "Hochzeiter", der mit seinem Partner bereits seit 36 Jahren zusammenlebt.
Auch Adoption erlaubt
Die Trauung vor dem Standesbeamten ermöglicht ihnen jetzt auch die Adoption von niederländischen Kindern. Bei der Geburt eines Kindes in einer Lesben-Verbindung gilt die Partnerin der Mutter nur dann ebenfalls als erziehungsberechtigt, wenn sie das Kind adoptiert.