Die zweite Monica US-Abgeordneter gesteht Sex-Affäre mit Praktikantin
Washington - Die Polizei hatte den seit längerem im Mittelpunkt des Medieninteresses stehenden Abgeordneten ein drittes Mal befragt. Dabei gab er die "romantische Beziehung" erstmals zu. Die Affäre habe zum Zeitpunkt ihres Verschwindens angedauert, verlautete am Sonntag aus Polizeikreisen.
Ein Sprecher machte am Samstagabend (Ortszeit) jedoch zugleich klar, dass der verheiratete Politiker nicht verdächtigt werde, mit dem Verschwinden der jungen Frau in Verbindung zu stehen. "Er war vor der Befragung kein Verdächtiger, er war während der Befragung kein Verdächtiger und er ist auch nach der Befragung kein Verdächtiger", sagte der Polizei-Vize von Washington, Terrance Gainer.
Polizei hat keine Spur
Die 24-Jährige war zuletzt am 30. April kurz vor ihrer geplanten Rückkehr zu ihren Eltern nach Kalifornien gesehen worden. Die Polizei betonte am Samstag, auch nach dem Geständnis Condits gebe es weiterhin keine neue Spur Chandras.
Gerüchte über eine Affäre des 53-jährigen Condit mit der attraktiven Praktikantin Chandra Levy waren in den USA seit längerem kursiert. Am Wochenende war dann eine Tante Chandras an die Öffentlichkeit getreten und hatte berichtet, ihre Nichte habe ihr die Affäre mit Condit anvertraut. Chandra habe oft im Appartement des Abgeordneten übernachtet und dort auch ganze Wochenenden verbracht. Sie hätten eine gemeinsame Leidenschaft für "Ölmassagen und Schokoladeneis" gehabt, berichtete die Tante.
Außer mit Chandra hatte der verheiratete Abgeordnete offenbar auch noch eine Affäre mit einer Stewardess. Sie hatte Mitte der Woche die Glaubwürdigkeit des verheirateten Abgeordneten weiter ins Wanken, indem sie über eine mehrmonatige Affäre mit ihm berichtete. Zugleich behauptete sie, Condit habe von ihr verlangt, dass sie eine Erklärung unterschreiben sollte, in der sie versicherte, dass er nie eine Affäre mit ihr hatte.
Der Abgeordnete war einer der wenigen Demokraten, der auf dem Höhepunkt des Lewinsky-Skandals offen Druck auf den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton ausgeübt hatte.