Drama um Exorzistenbischof: "Der Vatikan hat meinen Mann unter Drogen gesetzt" - DER SPIEGEL
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Drama um Exorzistenbischof "Der Vatikan hat meinen Mann unter Drogen gesetzt"

Ehedramen im Vatikan sind selten. Kein Wunder, dass sich in Rom derzeit alles um die Noch-Ehe des Exorzistenbischofs Milingo dreht. Dessen Frau, eine Angehörige der Mun-Sekte, zelebriert nun auf dem Petersplatz einen Hungerstreik.
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Rom - Die Saga um Emmanuel Milingo, 71, findet kein Ende. Zwar versprach der katholische Ex-Erzbischof aus Sambia dem Papst in einem Brief, er wolle sich nur drei Monate nach der Trauung durch die Mun-Sekte von seiner südkoreanischen Frau trennen. Auch kehre er wieder in den Schoß der katholischen Kirche zurück. Doch nun droht seine 43 Jahre alte Angetraute mit Widerstand: Sie werde in einen Hungerstreik bis zum Tode treten und den Vatikan verklagen, falls ihr Mann nicht zurückkehre.

Italienische Medien berichteten breit über die Wende in der Ehe, die am 27. Mai in einer spektakulären Massentrauung im New Yorker Hilton Hotel geschlossen wurde. Die Ehefrau Maria Sung, eine 46 Jahre alte Ärztin, erschien auch am Mittwoch wieder bei sengender Sonne auf dem Petersplatz in Rom und betete für die Rückkehr Milingos. "Ich werde bis zum Tode hungern", sagte sie laut Zeitungsberichten. "Ich werde den Vatikan wegen Entführung verklagen." Der Vatikan habe ihren Mann unter Drogen gesetzt und so seinen Sinneswandel erzwungen. "Wir lieben uns unendlich."

Kommentatoren in Rom sprechen von einer "Seifenoper". Der schwarze Priester, der seit Jahren wegen eigenwilliger Teufelsaustreibungen mit Rom im Clinch liegt, befindet sich gegenwärtig an einem geheimen Ort. Zeitungen gingen davon aus, dass der Vatikan ihm im Benediktiner-Kloster Montecassino Zuflucht gewährt.

Der Chef der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, habe drei klare Bedingungen gestellt: Milingo müsse sich in aller Form von der Südkoreanerin trennen, den völligen Bruch mit der Mun-Sekte erklären sowie öffentlich einen Treueeid für Kirche und Papst leisten. Dabei müsse sich der Bischof auch unzweideutig dazu bekennen, dass die Ehe für katholische Priester tabu ist. Der Vatikan hatte bereits sofort nach der Trauung mit Exkommunikation gedroht. Um den Streit zu schlichten, hatte Papst Johannes Paul II. den "verlorenen Sohn" kürzlich empfangen.

"Ich werde jeden Tag um 6 Uhr morgens auf dem Petersplatz beten und Gott anflehen, dass er (Milingo), wo immer er ist, mein Gebet hört", meinte dagegen seine Frau. Den Afrikaner hatte sie erst zwei Tage vor der Trauung kennen gelernt. Maria Sung meinte zudem, sie sei vielleicht schwanger. Sie werde einen Test machen - aber nur in Anwesenheit ihres Mannes. Ein hoher Kardinal meinte: "Ich weiß, dass Milingo wieder Ordnung in sein Leben bringen will. Lassen wir ihn in Frieden, und alles wird sich lösen."