Jasmin bei ihren Eltern Mit der Spülmaschine ist Mama geübter
Eltern-Mitbewohnerin Jasmin: "Ich spare weder Zeit noch Geld"
Mir ist es absolut egal, ob die Tassen im Schrank mit dem Henkel nach rechts oder nach links stehen. Oder ob in meinem Bad das rosafarbene Handtuchset hängt, das "dorthin gehört", oder irgendein anderes. Aber weil es Mamas Seelenfrieden zuträglich ist, lächele ich still und tue, was sie sagt.
Ich wohne seit Februar wieder bei meinen Eltern, nach anderthalb Jahren Selbständigkeit. Als ich für ein Semester ins Ausland ging, erlaubte die Hausverwaltung nicht, mein Zimmer unterzuvermieten. Zurück in München fand ich keine passende Wohnung. Anstatt für 500 Euro in einer Abstellkammer zu hausen, zog ich lieber nach Augsburg - dort hatte ich ein Stockwerk mit Badezimmer für mich.
Im Prinzip ist es ein Nullsummenspiel: Ich spare weder Geld noch Zeit. Seit ich wieder Zuhause wohne, überweisen meine Eltern kein Mietgeld mehr. Die Zeit, die ich bei der Hausarbeit einspare, geht jetzt fürs Pendeln drauf. Es ist auch überhaupt nicht so, dass ich mich bedienen lasse. Seit ich alleine gewohnt habe, habe ich sogar ein besseres Auge dafür, wo man mithelfen kann. Ich kaufe ein, räume die Spülmaschine aus - aber Mama ist in solchen Sachen einfach geübter.
Mietspiegel der Studentenbuden
Kochen dauert bei mir selten unter einer Stunde: Erst blättere ich ewig im Kochbuch, um mich für ein Rezept zu entscheiden, dann muss ich in den Supermarkt rennen, um fehlende Zutaten zu kaufen. Bei Mama klappt alles in fünf Minuten.
Dafür guckt sie auch etwas verständnislos, wenn ich nachts lieber Nudeln mit Sauce esse, anstatt um punkt 13 Uhr und 19 Uhr ihre Feinschmeckermenüs. Ich glaube, sie musste sich erst dran gewöhnen, dass es unter ihrem Dach jemanden gibt, der sein Leben lebt. Den Sommer über hieß es: Wenn Mama sagt, die Pfeffermühle gehört in diesen Küchenschrank und nicht in den anderen, dann ist es eben so.
Im Oktober bin ich wieder ausgezogen.
Nicht nur Jasmin wohnte in diesem Sommer wieder zu Hause, auch andere Studenten ziehen wieder ins Hotel Mama. Auf SPIEGEL ONLINE erzählen zwei von Trägheit und Sorglosigkeit.
Für Christian, 26, steht fest:
Die Selbständigkeit schläft, wenn ich zu Hause bin
Für Wlada, 23, hatte die Rückkehr ins Hotel Mama drei Phasen. Eine kurze, wunderschöne, eine anstrengende und eine beängstigend ruhige