Hilfe vom WG-Psychologen Meine Mitbewohnerin drangsaliert meine Katze
Katze (Archivbild): Ständig gibt es Probleme zwischen Mitbewohnerin und Tier
Foto: C3796 Uwe Anspach/ dpaWohngemeinschaften sind eine tolle Erfindung. Das einzig Lästige sind die Mitbewohner. Sie spülen nicht ab, leeren fremde Nutella-Gläser, haben lauten Sex und noch lautere Musikanlagen. Was tun?
WG-Krach ist für Ludger Büter Alltag. Der 59-jährige Psychologe schlichtet im Auftrag des Kölner Studentenwerks Konflikte in Wohngemeinschaften. Auf dieser Seite lindert er den WG-Kummer der UniSPIEGEL-Leser. Schreibt uns, was euch in den Wohnwahnsinn treibt (wg-kummer@spiegel.de ).
Eleni schreibt:
Vor einiger Zeit ist meine alte Mitbewohnerin ausgezogen, mit der ich super klarkam, und es ist eine Spanierin eingezogen. Wir stehen beide als Hauptmieter im Mietvertrag. Ich habe eine Katze. Meine neue Mitbewohnerin hat sich die Wohnung dreimal angeschaut, bevor sie hier eingezogen ist und gesagt, dass sie Katzen mag und es für sie kein Problem ist. Das WG-Leben sieht aber ganz anders aus. Sie hat Angst vor der Katze und es gibt ständig Probleme:
- Die Katze wurde ihr lästig, und sie hat sie über Nacht in mein Zimmer eingesperrt, als ich bei meinem Freund schlief.
- Die Katze entwischt ihr immer aus der Wohnung. Weil sie Angst davor hat, sie anzufassen, lässt sie sie im Hausflur herumlaufen, sogar über Nacht. Ich musste sie bereits in der Nachbarschaft suchen.
- Wenn ich mal mehrere Tage weg bin, habe ich einen Katzensitter, der sie füttert und sich um sie kümmert. Als ich weg war, hat der Katzensitter die Katze im Wohnzimmer eingesperrt gefunden. Dort hatte die Katze ein Häufchen gemacht, weil die Tür zum Katzenklo zugezogen war. Mein Mitbewohnerin sagte, dass sie die Tür zugezogen habe, weil das Katzenklo so stinke.
Sie ist absolut uneinsichtig. Sobald ich das Haus verlasse, sperrt sie die Katze heimlich weg. Sie findet, ich sei allein für die Katze verantwortlich; ihr sei es egal, was mit dem Tier ist. Aus meiner Sicht ist das unfair: Sie wusste, worauf sie sich einlässt. Jetzt weigert sie sich, sich zu kümmern. Ausziehen will sie aber auch nicht. Wenn mir das nicht passe, solle ich halt gehen. Was können Sie mir raten?
WG-Doktor Ludger Büter antwortet:
Die spanische Mieterin erschlich sich geradezu den Eingang in Wohnung und Mietvertrag über eine falsche Versicherung, sie komme gut mit Katzen klar. Sie, Eleni, haben alles richtig gemacht, als sie die Bewerberin über den Besitz informierten und ihre Einstellung zum Haustier erfragten.
Der Umgang der neuen Mitbewohnerin mit dem Tier lässt nur zwei Schlüsse zu: Sie will entweder Sie, Eleni, über die offenkundige Misshandlung des Tieres aus der Wohnung mobben, oder sie versucht, die Katze loszuwerden, indem sie sie im Hausflur aussperrt, dessen Tür vermutlich auch Nachbarn öffnen, so dass die Katze auf immer verschwinden möge. Die Angst vor der Katze halte ich für vorgeschoben, die der Katze vor ihr dagegen nicht.
In jedem Falle wusste Ihre Mitbewohnerin vorab, was sie erwartete. Ich sehe keine Möglichkeit für eine Verständigung. Klären Sie, ob Sie sich Ihrer Nachbarin mit juristischen Mitteln entledigen können unter Berufung auf die Behandlung Ihres Haustieres und der falschen Angaben bei der Bewerbung.
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