AOL und Time Warner Los geht's!
Washington - Die Wettbewerbsbehörde FTC und die Kommunikationsbehörde FCC hatten die beiden Unternehmen mit Hilfe von Klagedrohungen zu weit reichenden Konzessionen bei dem Zusammenschluss mit einem Volumen von 106 Milliarden Dollar gezwungen. So darf Time Warner fremde Internetservice-Firmen nicht diskriminieren. AOL wiederum muss die nächste Generation seiner "Instant Messaging Services" über das Netz von Time Warner auch für Konkurrenten öffnen. Das umfasst unter anderem die Bereiche Videokonferenzen per Computer und interaktives Fernsehen.
Die neue Gesellschaft wird als AOL Time Warner firmieren. Es ist der größte Zusammenschluss, den es je gegeben hat. AOL hat mehr als 26 Millionen Onlinekunden. Time Warner verfügt über Film- und Fernsehstudios, Kabelfernsehnetze und -gesellschaften, Verlage und Vergnügungsparks. Das Time-Warner-Kabelfernsehsystem erreicht 20 Millionen Haushalte und ist nach AT&T das zweitgrößte der USA.
Die Fusion wird AOL die enormen Medieninhalte des Time-Warner-Konzerns zugänglich machen sowie dem Medien-Branchenführer Time Warner die AOL-Onlinedienste öffnen und interaktives Fernsehen ermöglichen. Viele Verbrauchergruppen waren auf Grund dieser geballten Macht gegen den Zusammenschluss. Die EU-Kommission hatte die Fusion bereits im Oktober unter der Bedingung gebilligt, dass der neue Medienriese seine Beziehungen zum deutschen Bertelsmann-Konzern kappt.