Transrapid Der Vertrag ist perfekt
Schanghai - Die Kosten für den Bau der ersten kommerziellen Strecke der deutschen Magnetschwebebahn Transrapid betragen mehr als 2,5 Milliarden Mark. Davon entfallen "deutlich unter zwei Milliarden Mark" auf die Lieferung von vier Zügen mit Waggons und Antriebstechnik aus Deutschland. "Knapp eine Milliarde Mark" wird der Bau der Trasse kosten, berichteten informierte Kreise. Die Bundesregierung unterstützt den Bau mit einem Zuschuss von 200 Millionen Mark.
Die Finanzzusage war den federführenden Unternehmen ThyssenKrupp und Siemens bereits in Aussicht gestellt worden, bevor am Wochenende der Durchbruch nach wochenlangen, zähen Verhandlungen gelungen war. Vizebürgermeister Cheng Liangyu meinte bei der Unterzeichnung, der Streckenbau in Schanghai werde auch anderen möglichen Transrapid-Projekten neuen Auftrieb geben.
Die 33 Kilometer lange Bahnstrecke soll Anfang 2003 fertig sein und den internationalen Flughafen Schanghais mit dem U-Bahnnetz der Innenstadt verbinden. Der Transrapid wird auf der Strecke 430 Stundenkilometer schnell fahren. Für die Entfernung vom Flughafen zur U-Bahnstation Longyang, etwa fünf Kilometer südöstlich des Finanzzentrums Pudong, soll er weniger als zehn Minuten brauchen.
Wegen des weichen Grunds um Schanghai müssen die Pfeiler der aus Beton- und Stahlträgern gebauten Trasse zwischen 20 und 30 Meter tief in der Erde verankert werden. Am Bau ist das mittelständische deutsche Bauunternehmen Max Bögl beteiligt.
Selbst Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte sich eingeschaltet und wegen des Transrapids einen Brief an Ministerpräsident Zhu Rongji geschickt, der nach der Einigung am Sonntag die Verhandlungsführer und Firmenvertreter in Peking empfangen hatte. Zur Unterzeichnung in Schanghai waren aus Peking drei Vizeminister angereist und vertraten die Ministerien für Außenhandel, Wissenschaft und Technologie sowie Eisenbahn.