Euro-Banknoten: Fälscher werden es schwer haben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Euro-Banknoten Fälscher werden es schwer haben

Zwei Tage vor dem Start der europaweiten Verteilung des neuen Eurobargelds an Banken und Unternehmen hat die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten vorgestellt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Zu den Sicherheitsmerkmalen zählen ein ertastbares Relief auf den Geldscheinen, die vor allem Sehbehinderten sichere Hinweise auf die Echtheit geben sollen. Die Banknoten sind auf speziellem Hochsicherheitspapier gedruckt. Sicherheitsfäden durchlaufen die Scheine in der ganzen Breite. Darüber hinaus sollen Wasserzeichen, Hologramme und so genannte Perlglanzstreifen das Fälschungsrisiko mindern.

Wie EZB-Direktoriumsmitglied Eugenio Domingo Solans betonte, stellen die Sicherheitsmerkmale eine Kombination der Standards dar, die bereits in internationalen Währungen verwendet würden. Die EZB habe sich entschieden, diese erst vier Monate vor der Einführung in den zwölf Teilnehmerländern des Eurogebiets zu präsentieren, um das Fälschungsrisiko möglichst gering zu halten.

Die Banknoten, Fünf-, Zehn-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-Euro-Scheine, zeigen Bilder von Fenstern, Toren und Brücken sowie eine Landkarte von Europa und die europäische Flagge sowie die Unterschrift des EZB-Präsidenten. Um die einzelnen Noten auf Anhieb gut unterscheiden zu können, sind sie in leuchtenden Farben gehalten. Außerdem werden die Banknoten umso größer, je höher der Nennwert ist.

EZB-Präsident Wim Duisenberg, der die Geldscheine erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, sprach von einem historischen Moment. Der Euro sei ein Symbol der europäischen Integration. Zugleich unterstrich Duisenberg die Vorteile einer einheitlichen europäischen Währung für die Wirtschaft und die Bevölkerung.

Eine Gefahr von Preisaufschlägen bei der Umstellung auf den Euro sieht Duisenberg nicht gegeben. Vielmehr werde dadurch die Transparenz und der Wettbewerb vergrößert. Er vertraue zudem auf die Verbraucherverbände, die gegen mögliche Preisauftriebe vorgehen könnten. Gleichzeitig startete die EZB eine 80 Millionen Euro teure Print- und TV-Kampagne zur Euroeinführung. Solans zufolge soll im Dezember auch die Verteilung - das so genannte Frontloading - an Banken und Unternehmen außerhalb der Eurozone gestartet werden.

Mit Blick auf den Eurokurs unterstrich Duisenberg, er sei sehr zufrieden mit der Entwicklung des Euro. Der Euro habe ein starkes Aufwärtspotenzial. Auf die Frage, ob die Euro-Einführung einen zusätzlichen Inflationsschub im Euroraum auslösen könnte, sagte Duisenberg, mögliche Einflüsse seien von den nationalen Zentralbanken geprüft worden. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass diese von Land zu Land verschieden sein könnten, insgesamt aber eine vernachlässigbare Größe seien.