Porzellanhersteller Rosenthal meldet Insolvenz an
Hamburg - Der fränkische Porzellanhersteller Rosenthal ist zahlungsunfähig. "Es gelang dem Vorstand der Rosenthal AG trotz permanenter Bemühungen nicht, eine Übereinkunft zur angemessenen Bereitstellung liquider Mittel für eine Übergangsphase bis zum Abschluss des Verkaufs an einen strategischen Investor zu erreichen", teilte das Unternehmen am Freitag in Selb mit.
Rosenthal-Werk (in Selb): "Verkauf aus der Insolvenz heraus möglich"
Foto: APAm Montag hatte der irisch-britische Mutterkonzern Waterford Wedgwood Insolvenz angemeldet. Als Grund wurde angegeben, es sei nicht gelungen, den in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Hersteller von Porzellan und Kristallglas zu restrukturieren oder einen Käufer zu finden.
Sowohl die britischen Zweige der Gruppe als auch die irische Muttergesellschaft wurden unter Verwaltung der Beratungsfirma Deloitte gestellt. Diese kündigte an, die Geschäfte sollten weitergeführt werden, während nach einem Käufer gesucht werde.
Ein Verkauf sei allerdings auch aus der Insolvenz heraus möglich, sagte die Rosenthal-Sprecherin. "In den vergangenen Monaten hat Rosenthal den Verkaufsprozess in intensiven Verhandlungen so weit fortgeführt, dass diese auch im Rahmen eines Insolvenzverfahrens zeitnah zum Abschluss gebracht werden können."
Waterford Wedgwood hatte 1998 einen Großteil der Rosenthal-Aktien übernommen und hält mittlerweile 90,7 Prozent. Waterford Wedgwood beschäftigt weltweit 7700 Mitarbeiter. Die Produktion ist weitestgehend nach Asien und Osteuropa verlagert. Bei Rosenthal arbeiten mehr als 1700 Menschen.