Finsternis: Roter Mond begeistert die Deutschen - DER SPIEGEL
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Finsternis Roter Mond begeistert die Deutschen

Zwar spielten die Wolken nicht überall mit, doch wo der Himmel klar war, bot sich den Sternguckern ein beeindruckender Anblick: Für mehr als eine Stunde verschwand der Mond im Schatten der Erde.
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Flash: Wenn die Erde den Mond verdunkelt


Ein oftmals klarer Himmel hat am Dienstagabend vielen Menschen in Mitteleuropa den Blick auf ein seltenes Schauspiel am Himmel ermöglicht - eine totale Mondfinsternis. Anders als das letzte Himmelsspektakel in der Nacht zum 21. Januar vergangenen Jahres war die jetzige Finsternis beispielsweise in München, Frankfurt am Main und Hamburg zumindest zeitweise zu verfolgen. Die vielerorts geöffneten Sternwarten konnten einen großen Besucherandrang vermelden.

Enttäuschung gab es hingegen in Berlin und Vorpommern: Dort schob sich eine dichte Wolkendecke vor das Spektakel. Auch in der Mitte Deutschlands sowie im größten Teil Bayerns war der Himmel bedeckt.

Der Kernschatten der Erde kroch von unten her allmählich über den Mond und verfinsterte ihn. Kurz vor 21.00 Uhr war der vollständig von dem Schatten erfasste Erdtrabant nur noch als eine rötlich schimmernde Scheibe zu sehen. Diese totale Verdunkelung sollte eine Stunde dauern.

In Iran verfolgten Zehntausende trotz kalten Winterwetters auf der Straße oder von Hausdächern aus die Mondfinsternis. In Rundfunk und Fernsehen wurden die Menschen zum Gebet aufgerufen. Im Golfsultanat Oman strömten Tausende Menschen zum Strand, um das Schauspiel zu verfolgen.

Auch in Kairo bot der klare Himmel einen freien Blick auf die allmähliche Verfinsterung des Mondes. Im islamischen Kulturkreis spielt der Mond eine besondere Rolle; an ihm orientiert sich der Kalender, außerdem ist der Halbmond ein Sinnbild des Islams.

Das Himmelsereignis war hier zu Lande für knapp drei Jahre vorerst die letzte totale Mondfinsternis. Erst am 9. November 2003 werde es eine vergleichbar gute Möglichkeit geben, eine totale Mondfinsternis von Anfang bis Ende in Mitteleuropa zu verfolgen - dann allerdings zu einer sehr ungünstigen Zeit: Von Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden soll sich der Mond rot färben.