USA: Mann an seltener Milzbrand-Form erkrankt - DER SPIEGEL
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USA Mann an seltener Milzbrand-Form erkrankt

Ein Milzbrand-Fall hat in den USA die Angst vor biologischen Attacken weiter geschürt. Die schwere Erkrankung eines Mannes in Florida habe aber nichts mit Terrorismus zu tun, erklärte die Regierung.
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Washington - Der 63-Jährige infizierte sich vermutlich über die Atemwege mit dem Milzbrand-Erreger, der als potenzieller biologischer Kampfstoff gilt. Die US-Regierung sah jedoch keinen Hinweis auf einen möglichen terroristischen Hintergrund. Gesundheitsminister Tommy Thompson sagte, es handele sich um einen Einzelfall: "Da war kein Terrorismus im Spiel." Dennoch leiteten das FBI und das Seuchenkontrollzentrum CDC Ermittlungen ein.

Der erkrankte Mann aus Lantana in Florida wird in einem Klinikzentrum der Stadt behandelt und befindet sich nach Angaben der Ärzte in "kritischem Zustand". Er litt an hohem Fieber, Desorientierung sowie Erbrechen und hat als Folge der Infektion eine Gehirnhautentzündung entwickelt. Die Mediziner vermuten, dass der Mann die Krankheitserreger einatmete, was bei Milzbrand äußerst selten vorkommt. In den USA sind aus dem 20. Jahrhundert nur 18 solcher Fälle bekannt, der letzte aus dem Jahr 1976. Eine Ansteckungsgefahr besteht nach Angaben der Ärzte jedoch nicht.

Milzbrand ist eine Krankheit, die in erster Line bei Huftieren auftritt. Menschen infizieren sich selten, und wenn dies geschieht, dann zu 95 Prozent durch Hautkontakt mit erkrankten Tieren. In seltenen Fällen können Menschen auch durch Einatmen der Bakterien oder Verzehr von infiziertem Fleisch erkranken. Antibiotika können helfen, wenn die Behandlung rechtzeitig begonnen wird. Falls die Erreger inhaliert werden, sind die Heilungschancen geringer: Ohne Behandlung liegt hier die Zahl der Todesfälle bei 90 Prozent.

1979 kamen in Russland Dutzende Menschen ums Leben, als Milzbrand-Bakterien versehentlich aus einer militärischen Forschungseinrichtung freigesetzt wurden. Experten gehen davon aus, dass bei einer Verbreitung der Erreger über einer Großstadt drei Millionen Menschen sterben könnten.