BerlinPestizide in Kräutern, Paprika und Birnen
Die Trauben im Obstregal sehen appetitlich aus: Große Früchte in einem satten Grün — der Import macht's möglich. Doch bevor die Reben im Einkaufswagen landen, sollte der Verbraucher skeptisch das Herkunftsland betrachten. Kommt das Obst aus der Türkei, Indien, Chile oder selbst Deutschland, bringen die Früchte auch häufig Pestizide mit: Spritzmittel gegen Blattläuse oder Schimmel. Doch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kann aber insgesamt Entwarnung geben: Lebensmittel aus Deutschland sind inzwischen seltener mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Überschritten 2008 noch 1,9 Prozent die Rückstandshöchstwerte, waren es 2010 nur noch ein Prozent. Für die Untersuchungen wurden rund 17 000 Produkte vom BVL unter die Lupe genommen. Auch Greenpeace befasste sich mit den Ergebnissen der amtlichen Lebensmittelüberwachung. Die Organisation erweiterte die Daten um zusätzliche Proben. Zu den häufig mit Pflanzenschutzmitteln belasteten Produkten gehörten frische Kräuter, Paprika, Birnen und Bohnen mit Hülsen. Aber auch in Trauben aus der Türkei und Deutschland sowie Kopfsalat aus Italien wurden gesundheitlich bedenkliche Konzentrationen der Pestizide nachgewiesen. "Bio sollte immer erste Wahl sein", empfiehlt Manfred Santen von Greenpeace. Außerdem sollte saisonales Obst und Gemüse aus der Region bevorzugt werden. Auch wenn sich die Lage verbessert hat, ist trotzdem Vorsicht geboten: Besonders bei Produkten aus Thailand, Indien, Ägypten, USA, Kenia und der Dominikanischen Republik. "Muss man denn unbedingt ganzjährig alle Obst- und Gemüsesorten essen? Je weiter das Herkunftsland, desto mehr müssen die Waren durch Chemikalien haltbar gemacht werden", erklärt Santen.