MünchenKardinal Marx geißelt Angstmacherei der Kirche
Als der Physiker Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums an der Isar, den rastlos zwischen München, Brüssel und Rom pendelnden Münchner Erzbischof und Papstberater Reinhard Kardinal Marx fragte, ob er nicht dem Kreis der Freunde und Förderer des berühmten Münchner Technik-Museums beitreten wolle, sagte der Theologe dem Naturwissenschaftler spontan zu. Der 60-jährige Westfale aus Geseke und "Ehrenbayer" (Ministerpräsident Horst Seehofer) Marx erklärte anlässlich einer Veranstaltung über "Glaube und Bildung" in der Katholischen Akademie in Bayern seinen Drang, über den Tellerrand seines Metiers, der Theologie, hinauszuschauen: "Lesen und Hunger nach Bildung sind wichtig. Glaube ist nicht bloß Gefühlsakt." Religion müsse sich dem Forum der Vernunft stellen, sonst, so Marx, könne sie nach einer Aussage von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. pathologisch werden.