Lang gemacht
Renault zeigt erste Bilder vom neuen Grand Scénic. Der ist deutlich länger als sein geräumiger Vorgänger und sollte so auch mehr Platz bieten.
Brühl, 24. Mai 2016 – Renault gehört zu den wenigen Herstellern, die noch ein recht breites Angebot an Vans haben. Stagnierende Zulassungszahlen veranlassen einige Automarken dazu, dieser Fahrzeuggattung SUV-Anteile anzudichten. Auch Renault spricht beim Espace von einem Crossover. Der Scénic und der nun erstmals gezeigte Grand Scénic bleiben davon vorerst verschont. Sinnvollerweise gibt es den kleinen Van auch in der vierten Auflage in zwei Längen.
Das Design des Grand Scénic orientiert sich natürlich an der kurzen Ausgabe, die auf dem Genfer Autosalon vorgestellt wurde. Es ist nicht ganz so markant wie das des Espace, gleichwohl finden sich aber zahlreiche Details, die auf eine Formensprache zurückgehen. So gibt es Parallelen in der Seitenansicht wie auch bei der Form der Rückleuchten. Wie die kurze Ausgabe bekommt auch der Grand Scénic serienmäßig schmale 20-Zoll-Felgen, die mit Reifen der Dimension 195/55 R20 bestückt sind. Dieses Reifenformat benutzt unseres Wissens derzeit nur Renault, was handfeste Nachteile beispielsweise bei der Auswahl des Reifenanbieters mit sich bringt.
Lang gemacht (16 Bilder)

(Bild: alle Renault)
Noch deutlicher werden die Gemeinsamkeiten mit anderen Neuerscheinungen der Marke im Innenraum. Auch der Grand Scénic gleicht nun jener Linie, die seit der Vorstellung des aktuellen Espace in jedem Renault zu finden ist.
Mehr Platz
Wichtiger dürfte für die meisten Interessenten allerdings der Gewinn an Platz sein. Der neue Grand Scénic ist 75 mm länger als sein Vorgänger und mit 4,64 m deutlich länger als beispielsweise der BMW 2er Gran Tourer oder der Ford Grand C-Max. Als Fünfsitzer passen in den langen Scénic nun 718 statt 678 Liter Gepäck. Wird die zweite Sitzreihe ganz nach vorn geschoben, verspricht Renault bis zu 866 Liter. Der 35 mm längere Radstand deutet auf nochmals minimal verbesserte Platzverhältnisse für die Insassen hin. Optional wird es den langen Scénic auch als Siebensitzer geben. Keine neue, aber nach wie vor gute Idee ist eine verschiebbare Ablage zwischen den Vordersitzen. Darin hat Renault einen SD-Kartenleser und insgesamt vier USB-Buchsen verteilt.
Zum Verkaufsstart soll es zwei Benziner (115 und 132 PS) und drei Diesel geben, wobei einer der Selbstzünder auch als Hybrid angeboten wird. Nach derzeitigem Stand soll es die Benziner, den Hybrid und den mittleren Diesel nur mit Schaltgetriebe geben. Der 160-PS-Diesel wird nur zusammen mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe angeboten, beim 110-PS-Diesel kann der Kunde zwischen Schalt- und Siebengang-DK-Getriebe wählen.
Die Messepremiere ist vermutlich auf dem Pariser Autosalon, denkbar wäre aber auch eine frühere Vorstellung. Bei den deutschen Händlern soll der neue Grand Scénic ab Ende des Jahres stehen. Offen ist noch, zu welchen Konditionen. Das aktuelle Modell wird derzeit offiziell ab 20.490 Euro verkauft und ist damit nur 1200 Euro teurer als der kurze Scénic. Diese Preise sind inzwischen natürlich längst Makulatur. In den gängigen Autobörsen sind aktuell die ersten Neuwagen-Angebote deutlich unterhalb von 17.000 Euro zu finden. Erfahrungsgemäß wird es etwas dauern, bis das neue Modell wieder zu solchen Preisen zu haben ist. (mfz)