Personal Shopper
Krempelt Agentic Commerce den Onlinehandel um?
KI-Agenten sollen das Einkaufen im Netz revolutionieren und Nutzern Suche und Kauf abnehmen – jedenfalls, wenn es nach KI-Softwareunternehmen und anderen Anbietern geht. Doch vielen Händlern und Kunden fehlt derzeit noch Vertrauen. Wir erklären die Möglichkeiten und wo Technik, Sicherheit und Recht die Umsetzung fürs Erste ausbremsen.
Sie brauchen schnell eine neue Fahrradbeleuchtung und wollen sich eigentlich um andere Dinge kümmern. Gemäß den Visionen der KI-Branche kein Problem: Künftig nimmt Ihnen ein KI-Agent Suche, Vergleich und Kauf ab. Sie teilen einem Chatbot die gewünschte Helligkeit, Befestigungsart und Ladetechnik sowie Ihr Budget und Lieferdatum mit. Anschließend recherchiert der Agent in Sekundenschnelle bei Dutzenden Händlern Angebote anhand Ihrer Vorgaben. Er wählt daraus eines für Sie aus, bezahlt es automatisch und – schwupp! – zwei Tage später klingelt der Paketbote an Ihrer Tür. Die KI soll künftig also nichts weniger tun können, als nach Ihren Vorgaben vollständig autonom einzukaufen. In den USA laufen dazu erste Pilotversuche.
Macht neugierig
Laut Umfragen, die sich immer mal wieder in Pressemitteilungen finden, sollen viele Verbraucher bereits großes Interesse an diesem „Agentic Commerce“, also „agentischem (Einzel-)Handel“ zeigen. Die Auftraggeber reichen von primär amerikanischen KI-Softwareunternehmen, Zahlungsdienstleistern und Shop-Plattformen bis zu Wirtschaftsberatungsfirmen. Ihnen zufolge ist Agentic Commerce nichts weniger als das Einkaufen der Zukunft. Den Prognosen aus Industriekreisen zufolge sollen KI-Agenten im Jahr 2030 bis zu 30 Prozent aller Onlineeinkäufe erledigen. Doch Agentic Commerce kommt nur schleppend in Gang. Zu schwer wiegen Verbraucherschutz- und andere Rechtsfragen, aber auch technische Probleme und Skepsis bei Händlern.