Ägypten: Aktivist Patrick Zaki muss wieder ins Gefängnis - DER SPIEGEL
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Trotz Freilassung Ende 2021 Ägyptischer Aktivist Patrick Zaki muss wieder ins Gefängnis

Er war im Februar 2020 inhaftiert worden, kam aber nach 22 Monaten wieder frei. Nun muss der Regimekritiker Patrick Zaki weitere 14 Monate in Haft. Dabei ist nicht einmal der Grund für die Verurteilung klar.
Patrick Zaki vor einer Gerichtsverhandlung im ägyptischen Mansoura im Juni 2022
Patrick Zaki vor einer Gerichtsverhandlung im ägyptischen Mansoura im Juni 2022

Patrick Zaki vor einer Gerichtsverhandlung im ägyptischen Mansoura im Juni 2022

Foto: Mohamed El-Raai / AFP

Ein ägyptisches Gericht hat den regimekritischen Aktivisten Patrick Zaki zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Dies berichten die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die ägyptische Menschenrechtsorganisation EIPR sowie italienische Medien übereinstimmend.

Zaki war während eines Besuchs in Ägypten im Februar 2020 verhaftet worden, während er noch an der Universität Bologna in Italien studierte. Unter anderem aufgrund eines von ihm verfassten Artikels über die Lage der Christen in Ägypten war er damals wegen angeblicher Verbreitung von Falschinformationen angeklagt worden.

Er saß 22 Monate in Untersuchungshaft, bevor er bis zum Abschluss seines Verfahrens vor einem Staatssicherheitsgericht in seiner Heimatstadt Mansoura freigelassen wurde. Das Urteil bedeutet, dass er weitere 14 Monate im Gefängnis verbringen muss. Italienischen Medien zufolge ist unklar, warum Zaki nun verurteilt wurde. Es gebe widersprüchliche Aussagen darüber, ob der Artikel über die Lage der Christen oder ein Facebook-Post zu dem Urteil geführt habe.

»Das schlimmste aller möglichen Szenarien«

»Er wurde jetzt verhaftet und wird ins Gefängnis gebracht«, sagte der EIPR-Vorsitzende Hossam Bahgat gegenüber Reuters, nachdem das Urteil verkündet wurde. Auch in Italien ist der Unmut groß: »Dies ist das schlimmste aller möglichen Szenarien«, sagte der italienische Sprecher von Amnesty International, Riccardo Noury, laut »Corriere della Sera« . »Es ist noch nicht zu Ende, jetzt müssen alle Möglichkeiten geprüft werden, um ihn aus dieser Situation herauszuholen. Die italienische Regierung möge bitte intervenieren«, fügte Noury hinzu.

Zakis Fall fand aufgrund seines Studiums in Bologna große Anteilnahme in der italienischen Öffentlichkeit. Auch erinnerte seine Situation an den Foltertod des italienischen Studenten Giulio Regeni in Ägypten. »Schrecken ohne Ende. Ich bin in Tränen. Die italienische Regierung kann stolz sein auf ihr Schweigen, auf ihre Abwesenheit«, schrieb der sozialdemokratische Abgeordnete Filippo Sensi in einem Tweet.

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Wie die Zeitung »Repubblica« unter Berufung auf die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet , habe Zakis Anwältin angekündigt, den Militärgouverneur um eine Annullierung des Urteils oder um eine Neuverhandlung des Verfahrens bitten zu wollen. Als Vorbild diene dabei der Fall des Wiener Studenten Ahmed Samir Santawy.

Im Vorfeld der Uno-Klimakonferenz COP27 in Scharm el-Scheich im November 2022 hatte Ägypten mehrere inhaftierte regimekritische Aktivisten und Medienschaffende aus Gefängnissen entlassen. Für ihre Verfolgung politischer Gegner steht die ägyptische Regierung seit Jahren international in der Kritik.

col/Reuters