Alaska-Gipfel: Donald Trump brachte Wladimir Putin einen Brief von Melania mit - DER SPIEGEL
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Post von Melania beim Gipfel Trump brachte Putin einen Brief seiner First Lady mit

Bei seinem Treffen mit Wladimir Putin in Alaska hatte Donald Trump Post seiner Ehefrau dabei – offenbar adressiert an den Kremlherrscher. Melania Trump bestätigte das Schreiben nun.
Die Trumps und Wladimir Putin (2018 in Helsinki)
Die Trumps und Wladimir Putin (2018 in Helsinki)

Die Trumps und Wladimir Putin (2018 in Helsinki)

Foto: Valery Sharifulin / ITAR-TASS / IMAGO

First Lady Melania Trump ist nicht dafür bekannt, dass sie sich in das politische Tagesgeschäft einmischt. Oder dass sie sich überhaupt öffentlich einmischt. Ganz im Gegenteil: Oft vergehen Wochen, ohne dass die First Lady der USA von sich hören lässt. Im aktuellen Fall des Gipfels zum Ukrainekrieg war das offenbar ein wenig anders. Sie hat US-Präsident Donald Trump zu seinem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Alaska einen Brief mit einer Mahnung zu Frieden und zum Schutz der Kinder mitgegeben.

Melania Trump postete einen Bericht des US-Senders Fox News  mit dem vollständigen Brief auf ihrem X-Account. Zwar erwähnt sie in dem Brief, den Trump Putin übergeben haben soll, mit keinem Wort die Ukraine. Sie beschreibt aber in bildhaften Worten die tragische Lage von Kindern in Kriegsgebieten und appelliert an die Verantwortung des russischen Präsidenten, die Unschuld dieser Kinder zu schützen. Das hätten sie unabhängig von ihrem Wohnort, ihrer Regierung und Ideologie verdient.

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»Es ist unbestreitbar, dass wir uns bemühen müssen, eine würdevolle Welt für alle zu schaffen – damit jede Seele in Frieden erwachen kann und die Zukunft selbst perfekt geschützt ist«, heißt es in dem Brief. Putin sei in der Lage, diese Wunschvorstellung mit einem »Federstrich« in die Tat umzusetzen.

Gegen Putin liegt seit März 2023 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag vor – vor allem wegen des Vorwurfs, für die Verschleppung Tausender Kinder aus besetzten ukrainischen Gebieten verantwortlich zu sein. Anders als etwa die Europäische Union oder Kanada erkennen aber weder die USA noch Russland den Gerichtshof an.

Washington war daher nicht verpflichtet, den Haftbefehl bei Putins Besuch zu vollstrecken. Putin hatte beim Gipfel am Freitag erstmals seit Jahren wieder US-Boden betreten.

Ein Überblick über die bisher bekannten Ergebnisse des Gipfels:

Keine Waffenruhe

Trump ist von seiner Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe in der Ukraine abgerückt und hat sich damit der Haltung Russlands zugewandt. Der US-Präsident forderte nach dem Gipfel, stattdessen direkt ein umfassendes »Friedensabkommen« auszuhandeln. Zuvor hatte Putin ein Abkommen gefordert, das die »Wurzeln« des Krieges angehe – nach Darstellung aus Moskau ist das unter anderem die Aussicht auf einen Nato-Beitritt der Ukraine.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte dazu den Sendern RTL und n-tv, ein Friedensabkommen bedeute noch »große Arbeit«. Die Verhandlungen über ein solches Abkommen könnten sich also hinziehen, während die Kämpfe weitergehen.

Die russische Armee setzte jedenfalls parallel zum Gipfel ihre Angriffe in der Ukraine fort. In der Nacht zum Samstag setzte sie dabei nach Angaben aus Kyjiw eine Rakete und 85 Drohnen ein. Zudem teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit, seine Truppen hätten zwei weitere ukrainische Dörfer eingenommen.

Mögliche US-Sicherheitsgarantien

Merz teilte auch mit, dass Trump in einer Videoschalte mit europäischen Vertretern und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach dem Gipfel US-Sicherheitsgarantien für die Ukraine zugesagt habe. Nach Angaben der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni könnte es sich dabei um eine Beistandsgarantie nach dem Vorbild der Nato handeln, ohne dass die Ukraine dem Militärbündnis beitritt.

Auch aus ukrainischen Diplomatenkreisen verlautete, Trump habe eine solche Zusage ins Spiel gebracht. Der US-Präsident selbst äußerte sich nach seinem Treffen mit Putin nicht dazu.

Keine neuen US-Sanktionen

Trump hatte vor dem Gipfel mit »sehr schwerwiegenden Konsequenzen« für Russland gedroht, sollte Putin die Angriffe auf die Ukraine nicht beenden. Davon war nach dem Treffen keine Rede mehr. Er denke, darüber müsse er »jetzt nicht nachdenken«, sagte Trump dem US-Sender Fox News.

Europäische Vertreter erklärten sich in einem gemeinsamen Statement hingegen bereit, den Druck auf Russland mit Sanktionen aufrechtzuerhalten.

Gebietsfragen

Die Ukraine hatte vor dem Gipfel befürchtet, Trump könnte Kyjiw zur Aufgabe der von Russland besetzten Gebiete drängen und über Selenskyjs Kopf hinweg eine Einigung mit Putin treffen. Nach dem Gipfel äußerten sich weder Trump noch Putin zu solchen Gebietsfragen – es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sie während ihres dreistündigen Treffens darüber sprachen.

Möglicher Dreiergipfel

Trump will am Montag Selenskyj im Weißen Haus empfangen. Er hatte nach dem Gipfel erklärt, eine Einigung hänge nun vom ukrainischen Präsidenten ab. In der Folge könnte nach den Worten Trumps ein Dreiergipfel mit Selenskyj und Putin stattfinden, nach Einschätzung von Merz ist es bis dahin aber noch ein weiter Weg.

jok/dpa