Mögliche Attacke am Wochenende Russland dringt auf Evakuierung ausländischer Botschaften in Kyjiw
Rauchwolken nach russischer Attacke auf Kyjiw (am 16. April)
Foto: Maxym Marusenko / EPARussland hat ausländische Botschaften in Kyjiw aufgefordert, ihr Personal für den Fall eines russischen Angriffs auf die ukrainische Hauptstadt in Sicherheit zu bringen. Die Botschaften sollten die »rechtzeitige Evakuierung von Personal aus diplomatischen und anderen Vertretungen sowie von Bürgern aus der Stadt Kyjiw sicherstellen«, erklärte das Außenministerium in Moskau am Mittwoch in einer Note an ausländische Botschaften.
Es warnte vor einem russischen »Vergeltungsschlag«, sollte die Ukraine die Gedenkfeiern am 9. Mai in Moskau stören. An dem Tag wird in Russland des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gedacht.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich davon unbeeindruckt.
»Nein, natürlich nicht. Wir stehen in engem Kontakt mit den anderen Botschaften. Wir lassen uns von solchen Einschüchterungen nicht beeindrucken«, sagte Wadephul in einem Interview auf die Frage, ob Deutschland seine Botschaft aus Kyjiw abziehen würde.
Чи залишає Посольство 🇩🇪 Київ? «Ні, звичайно ні. Ми знаходимося в тісному контакті з іншими посольствами. Ми не піддамося на такі залякування», – Міністр закордонних справ 🇩🇪 Йоганн Вадефуль в інтервʼю для @bloomberg. pic.twitter.com/OgSiayBTuX
— Посольство Німеччини (@GermanyinUA) May 7, 2026
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Während der Feierlichkeiten am 8. Mai soll laut Moskau eine einseitige Waffenruhe mit der Ukraine gelten (mehr dazu hier). Zuvor hatte bereits das russische Verteidigungsministerium mit einem Vergeltungsangriff auf das Stadtzentrum von Kyjiw gedroht, sollte die Ukraine die Feuerpause brechen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Montag, eine Waffenruhe, damit Moskau die Feierlichkeiten begehen könne, sei »nicht ernst zu nehmen«. Russland habe Angst, dass ukrainische Drohnen »über den Roten Platz schwirren« könnten. Die Ukraine hatte für den 6. Mai eine eigene einseitige Feuerpause verkündet.
Klare Ansage an die Führung in Moskau
Selenskyj beklagte zuletzt zahlreiche Verstöße Russlands gegen die von Kyjiw ausgerufene Feuerpause. Bisher antworte Russland auf den Vorschlag einer Waffenruhe nur mit neuen Schlägen und Attacken, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. »Abhängig von der Lage heute Abend und morgen werden auch wir unsere völlig angemessene Antwort festlegen«, sagte er.
Russland habe ein klares Angebot bekommen und wisse, wie die Ukraine oder deren Partner für Detailfragen zu erreichen sei, sagte er. Damit gab er der Feuerpause noch eine zweite Chance.
Zugleich machte er deutlich, dass die Ukraine kein Interesse an der von Russland verkündeten Waffenruhe rund um die Feierlichkeiten am 9. Mai habe. Wenn es nur darum gehe, dass Kremlchef Wladimir Putin ungestört seine Militärparade abhalten könne, werde das noch gültige Angebot für eine Waffenruhe nicht aufrechterhalten, sagte er.
Der Zweite Weltkrieg, in dem mehr als 20 Millionen Menschen in der Sowjetunion getötet wurden, war vor 81 Jahren durch die Kapitulation der deutschen Wehrmacht beendet worden. In Westeuropa wird am 8. Mai gedacht. Russland feiert den »Tag des Sieges« wegen der Zeitverschiebung erst am 9. Mai.
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