Jewgenij Prigoschin, Chef der berüchtigten Söldnergruppe Wagner, erklärt in einem Video, seine Truppen hätten die Kontrolle über militärische Einrichtungen in Rostow am Don und den Flugplatz der südrussischen Stadt eingenommen.
Jewgenij Prigoschin, Wagner-Chef:
»Der Kommandeur des Hauptquartiers ist weggelaufen, als er erfahren hat, dass wir uns dem Gebäude nähern.«
Das Video tauchte am Samstagmorgen in den sozialen Netzwerken auf. Der Zeitpunkt der Aufnahme lässt sich nicht abschließend verifizieren.
Jewgenij Prigoschin, Wagner-Chef:
»Wir übernehmen lediglich die Kontrolle, damit die Kampfflugzeuge nicht uns, sondern die Ukrainer angreifen. Die Hauptkommandozentrale funktioniert wie vorgesehen. Es gibt keine Probleme. Keiner der Offiziere ist abgesetzt worden. Man wird behaupten, dass Wagner sich in die Arbeit eingemischt hat und etwas an der Front nicht gut läuft ... Was auch immer an der Front schief läuft, hat nichts damit zu tun.«
In einem weiteren Video streitet Prigoschin offenbar mit Russlands Vize-Verteidigungsminister sowie einem ranghohen Leutnant der Armee.
Jewgenij Prigoschin, Wagner-Chef:
»Noch einmal. Wir sind hierhergekommen und wollen den Generalstabschef und den russischen Verteidigungsminister Schoigu sprechen. Bis sie hier sind, werden wir bleiben. Wir werden die Stadt Rostow abriegeln und Richtung Moskau marschieren.«
Junus-Bek Jewkurow, russischer Vize-Verteidigungsminister:
»Ich bitte Sie: Ziehen Sie Ihre Leute von hier ab.«
Jewgenij Prigoschin, Wagner-Chef:
»Nein, auf keinen Fall. Die Jungs werden hierbleiben. Wir greifen nicht in Ihr Kommando über die Truppen ein.«
»Die Jungs sterben, weil ihr durch den Fleischwolf dreht. Ohne Munition, ohne jeden Verstand, ohne jeden Plan. Ihr seid nur alternde Clowns.«
Vladimir Alekseyev, Generalleutnant der russischen Armee:
»Was mich am meisten schmerzt, ist, dass sie in Kiew jetzt fünf Tage lang die Korken knallen lassen.«
Jewgenij Prigoschin, Wagner-Chef:
»Das ist kein Thema. Champagner-Feiern gab es in Kiew, als Krasnyj, Lyman, Isjum und andere Orte aufgegeben wurden. Da wird dann eine Woche lang gefeiert. Und wir laufen nirgendwo weg. Deshalb sind wir hierhergekommen: Um die Blamage in dem Land, in dem wir leben, zu beenden.«
»Noch einmal: Wenn wir einen normalen Dialog mit Ihnen geführt hätten, wären wir nicht mit Panzern hierhergekommen. Haben Sie das verstanden?«
Junus-Bek Jewkurow, russischer Vize-Verteidigungsminister:
»Sie glauben, es ist richtig, was Sie hier tun?«
Jewgenij Prigoschin, Wagner-Chef:
»Es ist absolut richtig. Wir retten Russland.«
Der Wagner-Chef hatte am Freitag zum Aufstand gegen die Armeeführung in Moskau aufgerufen. Den von Putin erhobenen Vorwurf des Verrats weist Prigoschin zurück.