Zum Tod von Charlie Kirk »MAGA«-Märtyrer
Charlie Kirk bekleidete nie ein politisches Amt, doch sein gewaltsamer Tod bewegt das rechte Lager in den USA wie die Ermordung eines Staatsmannes. Der rechtsextreme Influencer galt vielen jungen Konservativen als Vorbild und war eng verbunden mit der Trump-Regierung und deren »Make America Great Again«-Bewegung (siehe Nachruf auf Seite 167). Kirk habe bei seinen Auftritten rassistische, homophobe, transfeindliche und sexistische Ansichten vertreten, so halten Kritiker dagegen.
Bei einem Attentat am 10. September an der Utah Valley University wird er während eines Auftritts erschossen. Videos der Tat verbreiten sich sofort auf Plattformen wie X, TikTok und YouTube. US-Präsident Trump macht umgehend radikale Linke für die Gewalt verantwortlich. Später stellt sich heraus, dass der mutmaßliche Täter keineswegs aus einem linken Milieu stammt, sondern erst innerhalb des vergangenen Jahres linke Positionen einnahm. Vielmehr sind Mitglieder seiner Familie als Republikaner im Wahlverzeichnis registriert – jener Partei, für die Kirk selbst unermüdlich geworben hatte.
Am 21. September findet in Glendale, Arizona, eine offizielle Trauerfeier statt, an der auch hochrangige Vertreter der Regierung teilnehmen. Das Stadion, eigentlich das Zuhause der Arizona Cardinals, fasst mehr als 70.000 Menschen – und ist bis auf den letzten Platz gefüllt. An diesem Tag legen Tausende Menschen Blumen und Plakate vor der Zentrale von »Turning Point USA« nieder, der von Kirk gegründeten Jugendorganisation, und halten die Lichter ihrer Smartphones hoch. Politiker aus dem gesamten rechtskonservativen Spektrum kondolieren.
Schon vor Beginn gleicht die Feier einer politischen Kundgebung. Über den Leinwänden leuchtet das Logo von »Turning Point«, Besucher tragen Banner, die Kirks Botschaften zitieren. Das Heimatschutzministerium ordnet das Ereignis auf derselben Sicherheitsstufe ein wie den Super Bowl. Die Spannungen im Land wachsen: Für viele ist das Attentat auf Kirk ein Symbol der eskalierenden politischen Gewalt in den USA.