Chile: Präsident Sebastián Piñera ruft Notstand im Süden des Landes aus - DER SPIEGEL
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Konflikt mit Indigenen Chiles Präsident ruft Notstand im Süden des Landes aus

Das indigene Volk der Mapuche fordert mehr Autonomierechte von Chile. Nun hat Präsident Piñera wegen gewaltsamer Proteste den Notstand ausgerufen – Soldaten sollen den Indigenen Einhalt gebieten.
Chiles Präsident Sebastian Piñera
Chiles Präsident Sebastian Piñera

Chiles Präsident Sebastian Piñera

Foto: Esteban Felix / AP
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Sie sollen Brandanschläge und Angriffe auf die Polizei verübt haben – nun gilt nach Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und den indigenen Mapuche in Chile der Notstand für südliche Gebiete des Landes. Präsident Sebastián Piñera hat die Maßnahme in einer Ansprache  ausgerufen. Das Militär werde die Polizei in Teilen der Regionen Biobío und La Araucanía in den kommenden zwei Wochen unterstützen. Er habe die Entsendung von Soldaten angeordnet, um gegen »die schwerwiegende Störung der öffentlichen Ordnung« vorzugehen.

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In den genannten Gebieten sei es »wiederholt zu Gewalttaten im Zusammenhang mit Drogenhandel, Terrorismus und organisierter Kriminalität gekommen, die von bewaffneten Gruppen begangen wurden«, sagte Piñera. In den südlichen Gebieten hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Brandanschläge und Zusammenstöße mit der Polizei gegeben.

»Sehr ernste Sicherheitskrise«

Der Notstand soll zunächst für zwei Wochen gelten. Die Entscheidung Piñeras erfolgte am 12. Oktober – dem Tag, an dem in ganz Lateinamerika an die »Entdeckung« Amerikas durch den Seefahrer Christoph Kolumbus erinnert wird. Insbesondere für viele Indigene steht der Seefahrer symbolisch für die gewaltsame Eroberung und Kolonisierung des Kontinents.

Der Gouverneur von La Araucanía, Luciano Rivas, begrüßte die Entsendung der Truppen. Es gebe eine »sehr ernste Sicherheitskrise« in der Region, sagte er dem Sender CNN Chile. Die Politikexpertin Lucía Dammert von der Universität Santiago kritisierte indessen die Entscheidung Piñeras. Der Truppeneinsatz könne den Konflikt sogar weiter verschärfen, warnte sie im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Größte indigene Gruppe in Chile

Hinter den wiederholten Zusammenstößen sollen radikale Gruppen des indigenen Volks der Mapuche stecken. Die Mapuche fordern die Rückgabe des Landes, das sie als ihren angestammten Besitz betrachten, und mehr Autonomie vom chilenischen Staat. Sie stellen mit 1,7 Millionen Angehörigen die größte indigene Gruppe unter den rund 19 Millionen Einwohnern des südamerikanischen Landes dar.

Bei einer Demonstration für die Rechte der Indigenen waren am Sonntag in der Hauptstadt Santiago 17 Menschen verletzt und eine Frau getötet worden.

mrc/AFP