China simuliert offenbar Angriff auf Taiwan kurz vor Xi-Trump-Gipfel - DER SPIEGEL
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Berichte über Manöver China simuliert offenbar Angriff auf Taiwan kurz vor Xi-Trump-Gipfel

Diese Woche wollen sich die Präsidenten Chinas und der USA treffen, es soll auch um Taiwan gehen. Vorher hält Peking wohl ein Manöver nahe der Insel ab. Das melden zumindest die Staatsmedien.
H-6K-Bomber (bei Militärparade in Peking am 3. September)
H-6K-Bomber (bei Militärparade in Peking am 3. September)

H-6K-Bomber (bei Militärparade in Peking am 3. September)

Foto: Tingshu Wang / REUTERS

China hat mit einem Militärmanöver nahe Taiwan einen Angriff auf die Insel simuliert, wie staatliche chinesische Medien am späten Sonntag (Ortszeit) berichteten. Die Aktion wurde nur wenige Tage vor einem geplanten Treffen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump in Südkorea bekannt gegeben.

Demnach übten Einheiten des Militärs Luftblockaden und Präzisionsschläge. Mehrere strategische H-6K-Bomber seien in die Gewässer und den Luftraum um die Insel Taiwan geflogen, um »simulierte Gefechtsübungen« zu absolvieren. In einem von den Staatsmedien verbreiteten Video behauptet ein Pilot, die Küste Taiwans sei »deutlich zu erkennen«.

Eine Stellungnahme der Verteidigungsministerien Chinas und Taiwans lag zunächst nicht vor. Unklar ist auch noch, wann genau das Manöver stattfand. Die Veröffentlichung der Informationen durch die Staatsmedien und auch in den Social-Media-Accounts der chinesischen Streitkräfte dürfte aber genau terminiert gewesen sein.

Das taiwanische Verteidigungsministerium, das täglich über chinesische Militäraktivitäten berichtet, hatte zuletzt keine ungewöhnlichen Vorkommnisse gemeldet. Die USA haben sich zur Sicherung der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet, unterhalten aber keine formellen diplomatischen Beziehungen zu der Insel.

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Trump und Xi wollen sich am Rande eines regionalen Gipfels in Südkorea treffen, um über ihren Handelsstreit zu beraten. US-Außenminister Marco Rubio sagte am Sonntag (Ortszeit), Taiwan müsse sich über die Gespräche keine Sorgen machen.

Die Sorgen in Taiwan wachsen

Die Regierung in Peking betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als abtrünnige Provinz und droht mit einer Eroberung. Zuletzt hatte ein hoher chinesischer Beamter eine »friedliche Wiedervereinigung« gefordert. Der taiwanische Präsident Lai Ching-te betonte hingegen in einem Interview, Frieden müsse auf Stärke beruhen. »Wir können uns nicht der Illusion hingeben, dass eine Vereinbarung auf einem Stück Papier Frieden schaffen kann«, sagte er.

China lehnt Gespräche mit Lai ab und bezeichnet ihn als »Separatisten«. In Taiwan wächst die Sorge vor einem militärischen Übergriff durch China. Daran ändern auch die Versicherungen Rubios – zuletzt hatte sich auch dessen Chef Trump beschwichtigend geäußert – wenig.

Trump hatte die Risiken eines Konflikts über die Taiwanfrage heruntergespielt. China habe keine Absicht, in Taiwan einzumarschieren, sagte er vor knapp einer Woche. »China will das nicht«, so der Republikaner weiter. Das liege vor allem an der abschreckenden Stärke des US-Militärs. Niemand werde sich mit ihm anlegen. Trump erwarte, dass das Thema Taiwan bei seinem Treffen mit Xi auf der Tagesordnung stehen werde. »Ich glaube, am Ende werden wir ein sehr starkes Handelsabkommen schließen. Es wird uns beide glücklich machen.«

jok/Reuters