Doch kein Alleingang Österreich will Tourismus "behutsam" wieder hochfahren
Altaussee in Österreich: Die Tourismusbranche des Landes hofft auf Lockerungen der Reisebestimmungen
Foto:Barbara Gindl/ dpa
Österreichs Regierung plant bei der Wiederöffnung für Urlauber im Sommer doch keinen Alleingang. Grenzüberschreitender Tourismus werde "nur vorsichtig und Schritt für Schritt wieder möglich sein", sagte Außenminister Alexander Schallenberg der "Bild"-Zeitung. Österreich werde mit Partnerländern und in engem Kontakt mit der EU-Kommission gemeinsam "an Lösungen arbeiten, wie ein behutsames Hochfahren des Sommertourismus wieder möglich sein könnte".
In der vergangenen Woche hatte die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger in einem Interview Sonderregelungen für Reisende aus einzelnen Ländern ins Spiel gebracht. Wenn diese bei der Bekämpfung der Corona-Epidemie "auf einem sehr guten und positiven Weg" seien, gebe es "durchaus auch die Möglichkeit, dass man sich bilateral einigt". Als Beispiel nannte sie Deutschland .
Das österreichische Außenministerium sprach daraufhin von ersten "Überlegungen, wie der Tourismus im Hinblick auf den Sommer kontrolliert wieder hochgefahren werden kann". Eine Entscheidung solle aber in Abstimmung mit den Nachbarländern getroffen werden.
Minister Schallenberg bekräftigte nun, dass für die Einreise nur Urlauber aus Ländern infrage kämen, die im Kampf gegen das Coronavirus "ähnlich weit sind wie Österreich und ähnlich niedrige Infektionszahlen aufweisen".
Maas warnt vor europäischem Wettlauf bei Lockerungen
Österreich hatte als eines der ersten EU-Länder die Beschränkungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus wieder gelockert. Kleinere Geschäfte sind seit Mitte April geöffnet, größere sollen in dieser Woche folgen. Erste Restaurants könnten Mitte Mai wieder öffnen. In dem Land gab es nach Angaben der Behörden bis Sonntag rund 15.000 bestätigte Infektionsfälle und 542 Todesopfer.
Zuletzt hatte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) vor einem "europäischen Wettlauf" bei der Wiedereröffnung des Tourismus gewarnt. Ein solcher Wettbewerb könne zu "unvertretbaren Risiken" führen.
Maas erinnerte in der "Bild am Sonntag" an den Infektionsherd im österreichischen Skiort Ischgl . Ein solcher Fall dürfe sich nicht wiederholen, mahnte der Minister: "Was ein Infektionscluster in einem beliebten Urlaubsgebiet in den Heimatländern der Touristen anrichten kann, haben wir bereits erlebt."
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Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Wochenende, Sommerurlaub in Deutschland sei wohl möglich - aber keine großen Fernreisen. Er sprach sich allerdings für vorsichtige Lockerungen bei der geltenden weltweiten Reisewarnung aus.