Der Prozess Gisèle Pelicot: Über eine Frau, die stärker ist als das Grauen [Podcast] - DER SPIEGEL
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[M] DER SPIEGEL; Coust Laurent / ABACAPRESS / picture alliance

Podcastserie »Avignon: Der Prozess Pelicot« Über eine Frau, die stärker ist als das Grauen

69 Tage lang begegnet Gisèle Pelicot ihrem Peiniger im Gerichtssaal: Es ist ihr Ex-Mann Dominique, der sie betäubte und von anderen Männern vergewaltigen ließ. Der SPIEGEL hat mit ihr gesprochen und rekonstruiert den verstörenden Fall.
Ein Podcast von Britta Sandberg

In dieser Podcastserie präsentieren wir Innenansichten eines Gerichtsverfahrens – und sprechen als erstes deutsches Medium mit Gisèle Pelicot.

Britta Sandberg, langjährige Frankreich-Korrespondentin des SPIEGEL, hat den Vergewaltigungsprozess von Beginn an intensiv begleitet. Sie hat die bewegenden Aussagen von Gisèle Pelicot im Zeugenstand protokolliert. Sie hat vor Ort miterlebt, wie viele der 51 Angeklagten mit fragwürdigen Entschuldigungen und Rechtfertigungen die Schuld von sich wiesen. Und sie hat darüber berichtet, wie Gisèle Pelicot vor den Augen der Welt zur Kämpferin wurde und die Opferrolle hinter sich gelassen hat. Mittlerweile ist in dem Verfahren das Urteil gefallen, Gisèle Pelicots Ex-Ehemann ist zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

Für diesen Podcast hat Britta Sandberg auch mit den beiden Anwälten von Gisèle Pelicot und mit der Anwältin des Hauptangeklagten Dominique Pelicot sprechen können. Die Serie besteht aus insgesamt sechs Episoden. SPIEGEL-Plus-Abonnenten können Folge 5 »Gisèle Pelicot spricht – Teil 1« und Folge 6 »Gisèle Pelicot spricht – Teil 2« exklusiv schon jetzt hören.


[M] DER SPIEGEL; Fotos: Christophe Simon / AFP, Benoit Peyrucq / AFP

Am 2. September 2024 beginnt die Verhandlung im Fall Pelicot. Erstmals nach vier Jahren tritt Gisèle Pelicot ihrem früheren Ehemann gegenüber. Er soll sie jahrelang missbraucht haben. Die Verhandlung fordert das französische Rechtssystem heraus und löst Debatten über patriarchale Strukturen und männliche Gewalt aus.

Im Gerichtssaal sitzt Gisèle Pelicot nur wenige Meter von Dominique Pelicot entfernt. Er wird während des gesamten Prozesses in einem Glaskasten von zwei Polizisten bewacht. Dominique Pelicot soll seine Frau betäubt und anderen Männern zur Vergewaltigung überlassen haben. Unzählige Videos und Fotos dokumentieren die Taten.

In Folge eins erzählen wir, wie Gisèle Pelicot erfährt, was ihr damaliger Mann ihr angetan hat, während sie bewusstlos war. Und wie sie sich entschließt, nicht nur für sich, sondern für alle Frauen zu kämpfen.

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Hilfe bei sexualisierter Gewalt

Sind Sie selbst oder eine Ihnen vertraute Person von sexualisierter Gewalt betroffen?

Hier können Sie anonym Kontakt aufnehmen:
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 / 22 55 530

Alternativ ist auch die Telefonseelsorge  rund um die Uhr erreichbar.
Telefonisch unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222.

Einen Überblick über Beratungsstellen gibt es hier .


[M] Sarah Dillon / DER SPIEGEL; Fotos: Christophe Simon / AFP, Benoit Peyrucq / AFP, Coust Laurent / ABACAPRESS / IMAGO

In der zweiten Folge wird das Doppelleben von Dominique Pelicot enthüllt, durch einen Zufall. Er hatte in einem Supermarkt versucht, unter die Röcke von Frauen zu filmen. Der Vorfall führt zu seiner vorläufigen Festnahme und dazu, dass sein digitales Archiv des Grauens entdeckt wird: Über 20.000 Bild- und Videodateien dokumentieren Pelicots jahrelangen Missbrauch an seiner Ehefrau Gisèle.

Über einen Zeitraum von fast zehn Jahren betäubte Pelicot seine Frau regelmäßig mit Medikamenten, um sie selbst zu vergewaltigen oder anderen Männern anzubieten. Mehr als 70 Männer missbrauchten die bewusstlose Gisèle Pelicot.

Außerdem rekonstruieren wir die Ermittlungsarbeit der Polizei und zitieren aus den psychiatrischen Gutachten zu Dominique Pelicot. Experten beschreiben ihn als Mann mit gespaltener Persönlichkeit und multiplen Paraphilien – von der Norm abweichenden sexuellen Neigungen – getrieben von einem Bedürfnis nach totaler Kontrolle und Unterwerfung.

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[M] Sarah Dillon / DER SPIEGEL; Fotos: Christophe Simon / AFP, Benoit Peyrucq / AFP

In Folge drei stehen drei der Mitangeklagten im Mittelpunkt: Andy R., Charlie A. und Christian L. Ihre Aussagen vor Gericht offenbaren neue, erschütternde Details. Die Männer behaupten, nicht gewusst zu haben, in welchem Zustand Gisèle Pelicot sich befand.

Vor Gericht versuchen sie, ihre Taten mit kläglichen Entschuldigungen zu rechtfertigen oder zu leugnen. Viele behaupten, von Dominique Pelicot manipuliert worden zu sein. Die Verteidigung argumentiert sogar, einige Angeklagte könnten ebenfalls unter Drogen gesetzt worden sein.

Die verstörenden Videobeweise, die im Gerichtssaal gezeigt werden, sprechen eine andere Sprache.

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[M] Sarah Dillon / DER SPIEGEL; Fotos: Christophe Simon / AFP, Yoan Valat / EPA, Benoit Peyrucq / AFP, Guillaume Horcajuelo / EPA

In der vierten Folge von »Avignon: Der Prozess Pelicot« fallen die Urteile gegen die Angeklagten. Und es geht um die Auswirkungen der jahrelangen sexuellen Gewalt auf die gesamte Familie Pelicot. Die drei erwachsenen Kinder von Gisèle und Dominique Pelicot müssen erfahren, dass ihr Vater nicht nur ihre Mutter jahrelang betäubt und vergewaltigt hat, sondern auch seine Tochter und Schwiegertöchter heimlich fotografierte.

Um auf die chemische Unterwerfung von Frauen aufmerksam zu machen, gründet die Pelicot-Tochter Caroline Darian den Verein »M'endors pas«. Ihre Initiative gewinnt durch den Fall der französischen Abgeordneten Sandrine Josso landesweite Aufmerksamkeit. Josso wird selbst Opfer einer versuchten Betäubung und macht ihre Geschichte öffentlich.

In einer der letzten Prozesswochen muss Gisèle Pelicot im Strafgericht auf die Frage antworten, warum sie den Namen ihres Mannes behalte. Ihre Antwort: »Man wird sich nach diesem Prozess an den Namen Gisèle Pelicot erinnern und nicht wie sonst an den des Täters, an den meines Mannes.«

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Folge 5 – Gisèle Pelicot spricht Teil 1

[M] Sarah Dillon / DER SPIEGEL; Fotos: Benoit Peyrucq / AFP; Julien Faure / DER SPIEGEL


Seit die monströsen Taten ihres Mannes bekannt wurden, hat Gisèle Pelicot kein einziges Interview gegeben. Anfang 2026 spricht sie zum ersten Mal. DER SPIEGEL konnte sie vor Erscheinen ihres Buches Mitte Februar deutschlandweit als erstes Medium interviewen.

In zwei neuen Folgen berichtet SPIEGEL-Auslandskorrespondentin Britta Sandberg von ihrem Treffen mit Gisèle Pelicot.

In »Gisèle Pelicot spricht – Teil 1« gibt Pelicot Einblick, wie sie die Zeit nach der Festnahme ihres damaligen Ehemannes Dominique Pelicot erlebt hat. Wie ihre Kinder auf die Ermittlungen der Polizei reagierten. Und wie ihre Familie daran zu zerbrechen drohte.

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Folge 6 – Gisèle Pelicot spricht Teil 2


In »Gisèle Pelicot spricht – Teil 2« spricht Pelicot darüber, warum sie entschied, die Videos ihrer Vergewaltigungen öffentlich im Prozess zu zeigen, wie sie selbst die Gerichtsverhandlung erlebte und warum sie ihren Ex-Mann im Gefängnis besuchen will.

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