K.M. Chaudary / AP / dpa
In den frühen Morgenstunden arrangiert ein Obstverkäufer seinen Stand in der pakistanischen Metropole Lahore. Der Smog ist so dick, dass die Sicht nur wenige Meter weit reicht. Zwar wird die mit rund 13 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt des Landes im Winter regelmäßig von dreckigen Dunstschwaden überzogen, doch in diesem Jahr ist die Luftverschmutzung besonders schlimm.
Der Smog ist als riesiger grauer Teppich sogar aus dem All zu erkennen, ebenso wie seine Ursache. Tausende Landwirte in Pakistan und dem benachbarten Indien brennen zu dieser Jahreszeit ihre Felder ab, um sie schnell wieder nutzbar zu machen. Der Luftqualitätsindex AQI, der Faktoren wie Feinstaubbelastung, bodennahes Ozon und Stickstoffdioxid-Konzentration einbezieht, erreicht in Lahore Spitzenwerte von weit über 1000 und sprengt damit gewissermaßen die Gefährdungsskala – bereits AQI-Werte ab 301 gelten als gesundheitsgefährdend. Laut offiziellen Angaben müssen in der Region Punjab, dessen Hauptstadt Lahore ist, fast zwei Millionen Menschen wegen Atemwegsbeschwerden medizinisch behandelt werden. Patienten klagen auch über brennende Augen und Allergien.
Die Verwaltung verhängt in der Region einen Gesundheitsnotstand und einen »grünen Lockdown« etwa in Lahore: Bildungseinrichtungen, Zoos und Parks werden zeitweise geschlossen, die Außenbereiche von Restaurants bleiben zu. Die Behörden lassen gegen den Feinstaub Wasser versprühen und schreiben Einwohnern das Tragen von Masken vor. Angesichts der Größe des Problems wirken die Maßnahmen zunehmend hilflos.