Aussage von Donald Trump Kein Gespräch mit Obama seit Amtseinführung
Obama begrüßt Trump nach dessen Wahlsieg 2017 im Kapitol
Foto: Saul Loeb / dpaDie erste Amtszeit von US-Präsident Donald Trump neigt sich dem Ende zu. Im November will er sein Amt verteidigen. Ein Thema der vergangenen Jahre war für den Republikaner auch immer wieder die Kritik an der Arbeit seines Vorgängers Barack Obama. Und auch im aktuellen Wahlkampf lässt Trump es sich nicht nehmen, gegen den früheren Präsidenten zu sticheln.
Nach seiner Amtseinführung vor mehr als drei Jahren hat Trump eigenen Angaben zufolge kein einziges inhaltliches Gespräch mit seinem Vorgänger geführt. Trump sagte am Donnerstagabend (Ortszeit) bei einer "Town Hall"-Veranstaltung des Senders Fox News in Scranton im Bundesstaat Pennsylvania, nach seinem Treffen mit Obama im Weißen Haus in Folge seines Wahlsiegs im November 2016 habe es kein solches Gespräch mehr gegeben. Die Zusammenkunft damals sei "im Wesentlichen unser einziges Treffen" gewesen, sagte Trump. "Und es hat mir gereicht."
Trump sagte, er habe Obama noch einmal bei der Beerdigung des früheren US-Präsidenten George H. W. Bush Ende 2018 gesprochen - und das nur kurz. "Ich war bei der Beerdigung von Präsident Bush, saß neben ihm und sagte "Hallo", und dann sagte ich "Tschüss", das war's dann so ungefähr." Trump fügte mit Blick auf Obama hinzu: "Ich mochte seine Arbeit nicht. Ich mochte die Arbeit nicht, die er und (Obamas Vizepräsident Joe) Biden gemacht haben." Trump stellte sich bei der "Town Hall"-Veranstaltung Fragen von Moderatoren und Wählern.
Trump rechnet mit Biden als Präsidentschaftskandidaten der Demokraten
Bei der Präsidentschaftswahl am 3. November rechnet der Republikaner Trump (73) eigenen zufolge Angaben mit Biden als Herausforderer der oppositionellen Demokratischen Partei. Er habe sich mental eigentlich schon auf den "Kommunisten" Bernie Sanders (78) eingestellt, sagte Trump bei der "Town Hall"-Veranstaltung. Nun sehe es aber danach aus, als ob der "schläfrige Joe" Biden (77) das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten machen würde. "Und ich sage nur: Wie ist das passiert?", spottete der Präsident.
Auf eine Frage nach der Spaltung des Landes - die Kritiker Trump und seiner hitzigen Rhetorik anlasten - sagte der Präsident: "Es gibt eine Spaltung, das steht außer Frage. Politiker müssen in der Lage sein, zivilisiert zu sein. Wenn sie es nicht sind, muss man sich wehren." Der Republikaner warf den "radikalen linken Demokraten" vor, die Spaltung verursacht zu haben. Trump sagte aber auch: "Ich denke, dass das Land viel vereinter ist, als die Menschen denken."
Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten liegt seit den Vorwahlen am "Super Tuesday" Ex-Vizepräsident Biden vor Sanders. Biden war bei den Vorwahlen am Dienstag ein unverhofftes Comeback gelungen. Der moderate Kandidat gewann in 10 von 14 Bundesstaaten. Sein einzig ernst zu nehmender Konkurrent ist nun Sanders, der sich als ein demokratischer Sozialist bezeichnet. Nach dem Rückzug von Senatorin Elizabeth Warren (70) am Donnerstag ist außerdem nur noch die chancenlose Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard (38) im Rennen.
Scranton ist der Geburtsort Bidens. Pennsylvania ist ein sogenannter Swing State, der weder den Demokraten noch den Republikanern klar zuzuordnen ist. Diese Bundesstaaten können bei einem knappen Rennen bei der Präsidentschaftswahl ausschlaggebend werden. Trump hatte Pennsylvania bei der Wahl 2016 mit einem Vorsprung von nur etwas mehr als 44.000 der insgesamt rund sechs Millionen Stimmen vor seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton gewonnen.