Donald Trump (USA): Regierung will kontrollieren, was in Museen gezeigt wird - DER SPIEGEL
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»Spaltende oder parteiische« Narrative Trump-Regierung will kontrollieren, was in Museen gezeigt wird

Jetzt knöpft sich Donald Trump auch Museen vor: Der US-Präsident will unter anderem Ausstellungstexte und Websites auf Tonfall, historische Einordnung und »Übereinstimmung mit amerikanischen Idealen« untersuchen lassen.
Donald Trump: Der US-Präsident will berühmte Museen auf seine Linie bringen
Donald Trump: Der US-Präsident will berühmte Museen auf seine Linie bringen

Donald Trump: Der US-Präsident will berühmte Museen auf seine Linie bringen

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Andrew Caballero-Reynolds / AFP

Die US-Regierung lässt Ausstellungen in mehreren berühmten Museen auf Darstellungen der amerikanischen Geschichte kontrollieren. Vor dem 250. Geburtstag der USA im nächsten Jahr solle überprüft werden, ob aus Regierungssicht »spaltende oder parteiische« Narrative verbreitet würden, teilte das Weiße Haus in einem Brief an die Smithsonian Institution  mit, die vor allem in der Hauptstadt Washington, D.C. etliche Museen betreibt.

Demnach sollen Ausstellungstexte, Wandbeschriftungen, Websites und Bildungsunterlagen auf Tonfall, historische Einordnung und »Übereinstimmung mit amerikanischen Idealen« untersucht werden.

Die Museen in Washington sollen nach Vorstellung der Regierungszentrale von Präsident Donald Trump unter anderem Konzeptentwürfe, Ausstellungspläne sowie Kataloge und Programme aller laufenden Schauen vorlegen. Teilweise müssen Unterlagen binnen 30 Tagen eingereicht werden. Binnen 120 Tagen sollen die Museen damit beginnen, »wo nötig, inhaltliche Korrekturen vorzunehmen und spaltende oder ideologisch geprägte Formulierungen durch einigende, historisch korrekte und konstruktive Beschreibungen« zu ersetzen.

Kritiker werfen Trump vor, einen regelrechten Kulturkampf angezettelt zu haben und darüber auch die künstlerische Freiheit beziehungsweise freie Meinungsäußerung einzuschränken – ein Vorwurf, den umgekehrt auch die politische Rechte linksliberalen Kreisen in den USA macht. Üblicherweise mussten Museen unter Trumps Vorgängern nicht mit Interventionen von Präsidenten rechnen, doch mit dem Machtwechsel in Washington hat sich das geändert.

Schon im Frühjahr ordnete Trump per Dekret an, dass Museen auf Geschichtsdarstellungen im Sinne der Regierung hinzuarbeiten haben. Der Republikaner behauptete, im vergangenen Jahrzehnt habe es »konzertierte und weitverbreitete Versuche gegeben, die Geschichte unseres Landes umzuschreiben und Fakten durch ein verzerrtes Narrativ zu ersetzen, das eher von Ideologie als von Wahrheit bestimmt ist«.

Weiter hieß es im damaligen Dekret : »Das unvergleichliche Erbe unserer Nation, das Freiheit, Rechte des Einzelnen und das Glück der Menschen vorantreibt, wurde als rassistisch, sexistisch, unterdrückerisch oder anderweitig unrettbar mit Makeln behaftet dargestellt«. Als Beispiel wurde auch damals schon die berühmte Smithsonian Institution genannt.

Sitz der National Portrait Gallery und des Smithsonian American Art Museum in Washington, D.C.

Sitz der National Portrait Gallery und des Smithsonian American Art Museum in Washington, D.C.

Foto:

Mark Schiefelbein / AP / dpa

Diese Museen sind von Phase eins betroffen

In einer ersten Phase müssen sich nun folgende Museen der angekündigten Untersuchung unterziehen:

  • das National Museum of American History (Website )

  • das National Museum of Natural History (Website )

  • das National Museum of African American History and Culture (Website )

  • das National Museum of the American Indian (Website )

  • das National Air and Space Museum (Website )

  • das Smithsonian American Art Museum (Website )

  • die National Portrait Gallery (Website )

  • und der Komplex Hirshhorn Museum and Sculpture Garden (Website ).

In einer zweiten Phase sollen dann weitere Museen in den Fokus rücken, heißt es in dem Brief der US-Regierung.

aar/dpa