Ebrahim Raisi, 63 - DER SPIEGEL
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Gestorben Ebrahim Raisi, 63

• aus DER SPIEGEL 22/2024

Er war bereits tief unbeliebt, als ihn Irans Regime 2021 zum Präsidenten machte. Kaum die Hälfte der Wahlberechtigten nahm 2021 überhaupt an der manipulierten Abstimmung teil. Am Ende war er bei vielen Iranerinnen und Iranern verhasst: In den knapp drei Jahren seiner Präsidentschaft ließ Ebrahim Raisi die Massenproteste niederschlagen, die 2022 nach dem gewaltsamen Tod der 22-jährigen Jina Mahsa Amini in Sittenpolizeigewahrsam ausgebrochen waren; die Wirtschaft des Landes sank auf einen neuen Tiefpunkt, und die Islamische Republik ist heute noch isolierter als zuvor. Raisi hatte weder Charisma, noch verstand er etwas von Wirtschafts- oder Außenpolitik. 1960 in der Pilgerstadt Maschhad geboren, studierte er kurz Theologie und stieg dann im theokratischen Justizapparat in höchste Ämter auf. 1988 saß er in einem »Todeskomitee«, das Tausende politischer Gefangener hinrichten ließ. Diese Laufbahn qualifizierte ihn, trotz einer fragwürdigen theologischen Befähigung, zum aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge des obersten geistlichen Führers Ali Khamenei. Wer der Nachfolger des 85-Jährigen werden soll, muss das Regime nun neu überdenken – auch wenn es fragwürdig ist, ob es die kommenden Monate übersteht. Ebrahim Raisi starb am 19. Mai bei einem Hubschrauberabsturz in Nordwestiran.

znd
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