Édouard Balladur: Ehemaliger französischer Premier mit 97 Jahren gestorben - DER SPIEGEL
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Ehemaliger französischer Premier Édouard Balladur ist tot

Der frühere französische Regierungschef Édouard Balladur ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Sein gescheitertes Präsidentschaftsduell mit Jacques Chirac prägte Frankreichs Konservative. Später geriet er ins Visier der Justiz.
Édouard Balladur bei der Trauerfeier für Jacques Chirac in Paris, 2019
Édouard Balladur bei der Trauerfeier für Jacques Chirac in Paris, 2019

Édouard Balladur bei der Trauerfeier für Jacques Chirac in Paris, 2019


Foto: Charles Platiau / REUTERS

Der konservative frühere französische Premierminister Édouard Balladur ist tot. Balladur, der von 1993 bis 1995 Premier in Frankreich war, starb am Montag im Alter von 97 Jahren, wie seine Familie der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Präsident Emmanuel Macron würdigte Balladur auf der Plattform X  als einen »anspruchsvollen, besonnenen und engagierten Diener seines Landes«, dem Frankreich am Herzen gelegen habe.

Balladur begann seine politische Karriere als enger Vertrauter des späteren Präsidenten Georges Pompidou, den er als Generalsekretär in den Élysée-Palast begleitete.

Gegenspieler von Jacques Chirac

Unter dem sozialistischen Präsidenten François Mitterrand wurde Balladur Premier, nachdem das konservative Lager die Parlamentswahlen gewonnen hatte. Am meisten bleibt Balladur den Menschen in Frankreich im Gedächtnis, weil er 1995 in offener Konkurrenz zum konservativen Parteichef Jacques Chirac in den Präsidentschaftswahlkampf zog.

Lange sah es nach einem Sieg von Balladur aus, am Ende aber zog Chirac mit Vorsprung in die zweite Runde ein und entschied die Wahl für sich gegen den sozialistischen Kandidaten Lionel Jospin. Diese Rivalität spaltete die Konservativen nachhaltig und bedeutete das Ende von Balladurs Karriere.

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Nach seinem Rückzug aus der Politik geriet Balladur in den Verdacht, seinen Präsidentschaftswahlkampf durch Schmiergelder aus Rüstungsverträgen mit Pakistan heimlich finanziert zu haben. Er wurde 2021 jedoch vom Gerichtshof der Republik freigesprochen.

mgr/dpa