Recep Tayyip Erdogan will "keine Zugeständnisse" im Gasstreit mit Griechenland machen - DER SPIEGEL
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Nach Maas-Besuch Erdoğan will "keine Zugeständnisse" im Gasstreit machen

Im Streit um die Erdgasvorkommen im Mittelmeer hat Außenminister Maas versucht, zwischen Athen und Ankara zu vermitteln. Nun sagt der türkische Präsident Erdoğan, die Türkei werde sich nehmen, was ihr zustehe.
Der türkische Präsident Erdoğan: Die Türkei werde niemals Zugeständnisse machen
Der türkische Präsident Erdoğan: Die Türkei werde niemals Zugeständnisse machen

Der türkische Präsident Erdoğan: Die Türkei werde niemals Zugeständnisse machen

Foto: Adem Altan / AFP
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Im östlichen Mittelmeer steigt die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Griechenland und der Türkei. Einen Tag, nachdem Bundesaußenminister Heiko Maas versucht hat, im Erdgasstreit zwischen beiden Ländern zu vermitteln, geht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan weiter auf Konfrontationskurs.

Die Türkei sei entschlossen, alles Notwendige zu tun, um ihre Rechte im Schwarzen Meer, in der Ägäis und im Mittelmeerraum zu erlangen, sagte Erdoğan. Sein Land werde sich nehmen, was ihm zustehe. Zu Kompromissen zeigte sich Erdoğan nicht bereit. "So wie wir auf niemandes Land, Souveränität und Interessen abzielen, so werden wir bei dem, was uns gehört, niemals Zugeständnisse machen", sagte er.

Griechenland und die Türkei streiten sich seit Langem um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Maas war am Dienstag nach Athen und Ankara gereist und hatte einen Vermittlungsversuch zwischen den beiden Nato-Staaten begonnen. Die Fronten blieben jedoch zunächst verhärtet.

Der aktuelle Konflikt hatte sich an türkischen Erdgaserkundungen vor griechischen Inseln im östlichen Mittelmeer entzündet. Das Forschungsschiff "Oruc Reis" sucht derzeit begleitet von Kriegsschiffen nach Gas. Ankara argumentiert, dass das Gebiet zum Festlandsockel der Türkei gehöre. Der Türkei sind aber die griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo vorgelagert, weshalb Griechenland das Seegebiet für sich beansprucht. Einen ähnlichen Konflikt gibt es um die Insel Zypern, vor deren Küste schon reiche Erdgasvorkommen entdeckt wurden.

Frankreich und Italien an Militärmanöver im östlichen Mittelmeer beteiligt

Vor dem Hintergrund des Gasstreits halten Griechenland, Frankreich, Italien und Zypern derweil eine gemeinsame Militärübung im östlichen Mittelmeer ab. Das Manöver vor der Küste Kretas werde von Mittwoch bis Freitag dauern, teilte das griechische Verteidigungsministerium mit.

In Gesprächen mit seinen Amtskollegen in Athen und Ankara am Dienstag hatte Außenminister Maas vor einer Eskalation gewarnt und für einen Dialog zwischen den beiden Nato-Ländern geworben. "Die aktuelle Lage ist ein Spiel mit dem Feuer und jeder noch so kleine Zündfunke kann zu einer Katastrophe führen", sagte Maas.

Der Konflikt ist auch Thema des EU-Verteidigungsministertreffens an diesem Mittwoch in Berlin. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wollte im Vorfeld der um 13.00 Uhr beginnenden Konferenz mit ihren Kollegen aus Zypern und Griechenland in bilateralen Gesprächen über die Spannungen mit der Türkei beraten.

asc/Reuters/dpa