Florida: Ron DeSantis will nicht, dass Schüler mehr über Rassismus erfahren - DER SPIEGEL
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»Schädliches Unterrichtsmaterial« Ron DeSantis will nicht, dass Floridas Schüler mehr über Rassismus erfahren

Er treibt seine rechte »Anti-woke«-Agenda im Bildungswesen weiter voran: Ron DeSantis, der Gouverneur von Florida. Seine Schulbehörde hat eine verpflichtende Zensurschulung für Lehrer eingeführt.
Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis
Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis

Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis

Foto: Marco Bello / REUTERS

Im republikanisch regierten US-Bundesstaat Florida geht der Kulturkampf von Gouverneur Ron DeSantis in die nächste Runde. Unlängst hatte die dortige Schulbehörde das Schulfach African American Studies an Highschools verboten . Darin geht es um die Geschichte und die Kultur von Afroamerikanern. Der Behörde zufolge verstoße der Kurs gegen geltendes Recht und »es fehle ihm erheblich an pädagogischem Wert«.

Nun sollen überdies verpflichtende Schulungen für sogenannte Medienspezialisten im Bildungswesen stattfinden, worunter auch Lehrkräfte und Bibliothekspersonal fallen. In den Fortbildungen sollen diese lernen, welches Unterrichtsmaterial verwendet werden darf und welches nicht. Die Schulung, die die Schulbehörde vorsieht, zielt insbesondere darauf ab, Schülern Bücher über Rassismus und LGBTQ-Themen vorzuenthalten, in denen es um die sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität geht.

Wird »schädliches Unterrichtsmaterial« benutzt, wird dies als Verbrechen geahndet, heißt es laut HuffPost  in der Schulung. Doch es werden keinerlei Beispiele für Bücher genannt, die dieser Definition entsprechen. Lehrkräfte zeigen sich besorgt, dass ihnen Strafverfolgung droht, sollten sie Bücher nicht zensieren, die Konservative für schädlich befinden.

Das Pflichttraining weist Lehrer weiter an, Unterrichtsmaterial zu »vermeiden«, das zur Indoktrinierung der Schüler führen könnte. Auch hier ist nicht klar, was damit genau gemeint ist. Außerdem steht es laut der Schulung jeder Person frei, die in dem jeweiligen Schulbezirk lebt, Beschwerden gegen Unterrichtsmaterial zu erheben. Die Medienspezialisten sollten auch prüfen, ob ein Buch in anderen Schulbezirken verboten oder zensiert wurde, und dann »sorgfältig abwägen«, ob sie es in ihrer Schule zulassen.

Unter dem Stichwort »Elternrechte« wird in Florida, aber auch in anderen republikanisch regierten Bundesstaaten eine rechte Bildungsagenda verfolgt. Laut einer Studie  wurden in den USA in den vergangenen zwei Jahren in 32 Bundesstaaten 1648 Buchtitel verboten.

jso