Trumps Friedensplan für Gaza Israelischer Außenminister zweifelt an Auflösung von Hamas-Regierung
Der israelische Außenminister Gideon Sa’ar bei einer Pressekonferenz in Berlin (Mai 2026)
Foto:Michael Kappeler / dpa
Die von der Hamas verkündete Auflösung ihrer Regierung im Gazastreifen sei ein simpler Trick: So sieht es der israelische Außenminister Gideon Sa’ar und forderte die Entwaffnung der islamistischen Organisation. »Solange die Hamas ihre Waffen behält, wird natürlich jede zivile Regierung so handeln, wie es die Hamas vorschreibt«, schrieb Sa’ar am Montag im Onlinedienst X .
Die Hamas hatte zuvor nach eigenen Angaben ihre Regierung im Küstenstreifen aufgelöst und so den Weg für ein mit Fachleuten besetztes Gremium zur Verwaltung des Palästinensergebiets freigemacht. Dadurch solle die Übergabe der Verwaltungs- und Regierungsgeschäfte an das Nationale Komitee für die Verwaltung des Gazastreifens (NCAG) erleichtert werden, erklärte ein Hamas-Vertreter.
Das Komitee mit 15 palästinensischen Fachleuten, das seinen Sitz derzeit im ägyptischen Kairo hat, wurde von dem von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufenen und geleiteten »Friedensrat« eingesetzt. Laut den US-Plänen soll es vorübergehend die Verwaltung des Gazastreifens übernehmen, bis die Palästinenserbehörde unter Präsident Mahmoud Abbas ein Reformprogramm umgesetzt hat.
Warten auf die zweite Phase von Trumps Plan
Saar schrieb weiter, Israel bestehe auf der Umsetzung des »Trump-Plans« für Frieden im Gazastreifen. Dessen »Kernprinzipien« seien »die Entwaffnung der Hamas und aller anderen terroristischen Organisationen sowie die vollständige Entmilitarisierung des Gazastreifens«.
Die Entwaffnung der Hamas ist Teil der zweiten Phase des Waffenruheabkommens. Diese sieht auch einen schrittweisen Rückzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen vor. Allerdings hatten diese ihre Präsenz in dem Palästinensergebiet in den vergangenen Monaten ausgeweitet und kontrollieren inzwischen fast 70 Prozent des Küstenstreifens.