Gazastreifen: Palästinenser protestieren nach Tod eines Jugendlichen gegen Hamas - DER SPIEGEL
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Nach Tod eines Jugendlichen Palästinenser protestieren im Gazastreifen gegen Hamas

Hamas-Mitglieder sollen Augenzeugen zufolge auf eine Gruppe junger Männer geschossen haben, die an Uno-Hilfsgüter heranwollte. Ein Jugendlicher sei dabei getötet worden, weitere verletzt. In Rafah kam es daraufhin zu Unruhen.
Palästinenser stehen in der Grenzstadt Rafah für Essen an
Palästinenser stehen in der Grenzstadt Rafah für Essen an

Palästinenser stehen in der Grenzstadt Rafah für Essen an

Foto: Fatima Shbair / AP

Im Süden des Gazastreifens ist es nach dem Tod eines Jugendlichen zu wütenden Protesten von Palästinensern gegen die islamistische Hamas gekommen. Augenzeugen berichteten von Unruhen in der Grenzstadt Rafah, an denen Dutzende Menschen beteiligt gewesen seien. Hintergrund waren Vorwürfe, bewaffnete Hamas-Mitglieder hätten auf eine Gruppe junger Männer geschossen, die im Grenzgebiet zu Ägypten humanitäre Hilfsgüter ohne Erlaubnis an sich bringen wollten. Dabei seien ein Jugendlicher getötet und weitere Menschen verletzt worden. Bei den Protesten wurde den Berichten zufolge auch eine Polizeistation der Hamas angezündet.

Die humanitäre Lage im Gazastreifen wird angesichts der israelischen Militäroffensive in dem schmalen Küstenstreifen immer katastrophaler. Jedem vierten Palästinenser in Gaza droht nach Angaben der Vereinten Nationen der Hungertod. Es kommt zu Plünderungen und chaotischen Szenen bei der Verteilung von Hilfsgütern. Der Uno-Sicherheitsrat hat in einer Resolution eine Aufstockung der humanitären Hilfe verlangt. Eine unverzügliche Waffenruhe wird in dem Kompromisstext dagegen nicht gefordert. Die USA als wichtigster Verbündeter Israels enthielten sich bei der Abstimmung.

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Israel besteht auf einer Kontrolle der Lieferungen, um Waffenschmuggel zu verhindern. Zugleich betont die Regierung in Jerusalem, die Inspektionen behinderten die Lieferungen nicht. Vielmehr würden die Uno-Organisationen bei der Verteilung der Hilfsgüter im Gazastreifen versagen. Die Uno weist wiederum darauf hin, dass es unter Kriegsbedingungen kaum möglich sei, Güter weiterzutransportieren und zu verteilen.

Es gibt auch immer wieder Augenzeugenberichte, denen zufolge bewaffnete Hamas-Mitglieder Hilfslieferungen in ihre Gewalt bringen. Israel geht davon aus, dass diese auch für Terroristen bestimmt sind, die sich im unterirdischen Tunnelsystem verstecken.

czl/dpa